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Hallux valgus: Neben Austin hat auch die Lapidusarthrodese ihre Berechtigung

Die Umstellungsosteotomie beim Hallux valgus ist eine der häufigsten Operationen im niedergelassenen Bereich. Darauf hat der Fußchirurg Dr. Kai Olms aus Bad Schwartau  beim Bundeskongress Chirurgie am 22. Februar 2014 in Nürnberg hingewiesen. Dabei handele  es sich aber keineswegs um einen trivialen Eingriff: „Die Anatomie am ersten Großzehengrundgelenk ist sehr komplex, wir haben es hier also mit einer sensiblen Weichteilsituation zu tun.“

Am weitesten verbreitet sei die Umstellungsosteotomie nach Austin, auch Chevron-Osteotomie genannt, zum Einsatz: „Sie ist quasi das Arbeitspferd der Fußchirurgie“, sagte Olms. Bei dieser Methode wird zunächst das überschüssige Knochengewebe am Fußballen abgetragen und im nächsten Schritt der Mittelfußknochen nahe des Mittelfußköpfchens durchtrennt und neu ausgerichtet. Von einem begleitenden Lateral Release, bei dem die Sehne durchtrennt wird, die den Adductor hallucis am Zeh hält, nähmen allerdings mittlerweile immer mehr Fußchirurgen Abstand: „Es kann hierbei leicht zu einer Überkorrektur bis hin zum Hallux varus kommen“, warnte Olms, „ohne ein Lateral Release besteht dieses Risiko nicht.“

Häufig geäußerte Bedenken gegenüber der Lapidusarthrodese mochte Olms hingegen nicht teilen: „Diese Methode wird oft dafür kritisiert, dass ein ‚gesundes’ Gelenk versteift wird. Die Kritiker verkennen aber, dass das Großzehengrundgelenk beim Hallux valgus eben nicht gesund, sondern instabil ist.“ Daher habe die Lapidusarthrodese, bei der das Gelenk zwischen Mittelfußknochen und Fußwurzel operativ versteift wird, durchaus ihre Berechtigung. „Wichtig ist allerdings, dass der Patient nach einer Lapidusarthrodese keinen Vorfußentlastungsschuh trägt, denn bei diesen Schuhen liegt die höchste Belastung genau am Punkt der Arthrodese“, erklärte Olms.

Neue Entwicklungen gebe es in der Chirurgie des Hallux valgus auf dem Gebiet der Osteosynthesematerialien. Mittlerweile sei eine zweite Generation der resorbierbaren Implantate erhältlich, die durch einen Ultraschallgenerator intraoperativ aktiviert würden: „Die Spitze dieser Pins besteht aus Polylaktat, das bei der Aktivierung schmilzt und auf diese Weise den Knochen stützt“, berichtete Olms. Dieser Stützeffekt sei besonders hilfreich bei Osteotomien in osteoporotischem Knochen. Zugleich ersparten „Sonic Pins“ dem Patienten spätere Metallentfernungen.

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