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DGCH-Kongress: Was tun gegen steigende Prämien für die Haftpflichtversicherung?

Nicht nur freiberufliche Hebammen, auch Chirurgen sind von steigenden Prämien für Haftpflichtversicherungen betroffen. Darauf hat der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), Dr. Christian Kugler, bei der 131. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) am 27. März 2014 in Berlin hingewiesen. Grund für die massive Verteuerung von Haftpflichtversicherungen für Chirurgen sei aber nicht die Zunahme von Behandlungsfehlern, sondern vielmehr der Anstieg der Schadenssummen pro Fall. „Wenn die AOK als unser Partner und Finanzierer Daten herausgibt, die den Anschein erwecken, uns Chirurgen würden immer mehr Fehler passieren, dann ist das schlicht unseriös“, sagte Kugler.

Unseriöse Berichterstattung aber triggere bei Patienten eine Erwartungshaltung, die kaum noch zu erfüllen sei. Insbesondere bei komplexen Eingriffen sei es nicht selten, dass der Patient auch nach der Operation noch Beeinträchtigungen habe – und zwar ohne dass der Chirurg einen Fehler gemacht hat. „Für Patienten ist das oft schwer zu akzeptieren“, sagte Kugler, „und in diesem Empfinden wird er Kassen und Medien gestärkt, so dass er immer häufiger dazu neigt, den Klageweg zu beschreiten.“ Infolgedessen stiegen die Schadenssummen, und Versicherer erhöhten die Prämien oder kündigten die Verträge gänzlich. „Ohne eine Haftpflichtversicherung aber stünde man als Operateur mit einem einzigen Schadensfall mit hoher Wahrscheinlichkeit vor der Privatinsolvenz“, erklärte der DGT-Präsident.

Aus diesem Grund habe seine Fachgesellschaft ein Projekt initiiert, um gemeinsam mit einem großen Versicherungsmakler, der Ecclesia Versicherungsdienst GmbH, Antworten auf eine Reihe versicherungsrelevanter Fragen zu finden. „Denn wir wissen bislang nicht, welche Operationen mit einem besonderen Schadensrisiko belegt sind, welche Operationstechniken ein hohes Fehlerrisiko bergen“, erklärte Kugler. Gleiches gelte für die Analyse struktureller Voraussetzungen oder Arbeitsabläufe, die besonders fehleranfällig seien. Ziel sei es, gemeinsam ein Anforderungsprofil für operativ tätige Fachabteilungen zu entwickeln, unter dem Versicherungsunternehmen wieder bereit sind, potenzielle Schadensfälle zu vertretbaren Konditionen zu versichern.

Für die systematische Analyse von Schadensketten könne sich die Arbeitsgruppe auf die größte Heilwesen-Datenbank stützen, die das Unternehmen seit 15 Jahren kontinuierlich über hunderte von Krankenhäusern und anderen Einrichtungen im Gesundheitswesen führe. „Unsere Datenbank umfasst Daten aus Krankenhäusern und auch aus dem niedergelassenen Sektor“, bestätigte Peter Gausmann, der die Ecclesia-eigene Gesellschaft für Risiko-Beratung (GRB) leitet. Das aktuelle Projekt sei zunächst auf das Gebiet der Thoraxchirurgie beschränkt, solle dann aber auch auf andere chirurgische Fachgruppen ausgedehnt werden.

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