Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

ANC Nordrhein appelliert an den Landtag, Rahmenbedingungen für Ärzte zu verbessern

Mit konkreten Vorschlägen für die kurz- und mittelfristige Verbesserung der Versorgungssituation hat sich die Arbeitsgemeinschaft Niedergelassener Chirurgen (ANC) Nordrhein an den Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des nordrhein-westfälischen Landtags gewandt. Die Chirurgen beziehen sich auf die Anträge dreier Parteien, die sich um die Zukunft der wohnortnahen und flächendeckenden hausärztlichen Versorgung sorgen – und weisen darauf hin, dass auch die fachärztliche Grundversorgung in Gefahr ist.

In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Die Ursache der Versorgungslücke in Zukunft ist eine jahrzehntelange Zermürbung der ambulanten Versorgung durch konsequenten Abbau einer ausreichenden Gegenfinanzierung kombiniert mit einem demographischen Wandel, der den Personalsockel, aus dem sich die versorgenden Ärzte rekrutieren sowohl in der Zahl als auch in der tatsächlich geleisteten Nettoarbeitszeit am Patienten halbiert, während die potentiell zu leistende Arbeit am Patienten durch die erhebliche Überalterung der Gesellschaft und durch Krankheitsbilder wie z.B. Demenz und Frakturen sich verdoppelt.“

Diverse Hilferufe an die ärztliche Selbstverwaltung und die Krankenkassen seien bislang unbeantwortet geblieben. Zwischenzeitlich sei die Gegenfinanzierung zum Beispiel für eine konservative Frakturbehandlung bei einem Kassenpatienten mit ca. 25 Euro für drei Monate bei einem Fünftel bis einem Zehntel des Preises einer entsprechenden Behandlung einer Katze beim Tierarzt angelangt. „25 Euro Gegenfinanzierung ermöglichen sechs Minuten Arztleistung z. B. in einer chirurgischen Praxis. Dies ist die gesamte Zeit, die für drei Monate Grundversorgung betriebswirtschaftlich zur Verfügung steht, und diese ökonomischen Eckdaten entfalten gnadenlos ihre Wirkung. Die Kompensationsmöglichkeiten in den Praxen durch Selbstausbeutung sind ausgeschöpft“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Als Sofortmaßnahmen empfiehlt die ANC Nordrhein unter anderem die Abschaffung der Regelleistungsvolumen (RLV), Zuschläge für Patienten mit erhöhtem Versorgungsaufwand, rechtssichere Kassenabrechnung spätestens drei Monate nach Leistungserbringung und eine Anpassung der Haftungsbedingungen. Für die Probleme der kommenden Jahre raten die niedergelassenen Chirurgen, bei der Sicherung der ärztlichen Versorgung wieder verstärkt auf selbstständige Freiberufler zu setzen, „denn diese ist die effizienteste in der Heilleistung je Euro“. Weiterhin müssten die Ausbildungsordnungen angepasst werden, um eine Abkehr von superspezialisierten Fachärzten wieder hin zu breit ausgebildteten, handlungsfähigen Versorgern zu erzielen. Sie argumentieren: „Wenn ich in der Fläche keine Chirurgen mehr habe, wozu dient dann die Aufspaltung des Faches in Viszeralchirurgen einerseits und Orthopäden/Unfallchirurgen andererseits?“

Das vollständige Schreiben der ANC Nordrhein an den Gesundheitsausschuss können Sie als pdf-Datei hier herunterladen.

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