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Anästhesiekongress: Hoher Standard bei Narkosen in Deutschland

In Deutschland ist ein hoher Sicherheitsstandard in der Anästhesiologie erreicht, auch wenn eine Narkose genauso wie eine Operation mit Risiken für den Patienten behaftet ist. Dies geht aus einer von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin e. V. (DGAI) und dem Berufsverband Deutscher Anästhesisten e. V. (BDA) initiierten, groß angelegten retrospektiven Analyse von prospektiv erhobenen Kohorten-Daten hervor, die im British Journal of Anaesthesia veröffentlicht wurde.

Die Studie wurde beim Deutschen Anästhesie Congress (DAC) 2014 in Leipzig vorgestellt und liefert nach Angaben von DGAI und BDA erstmals einzigartige Hinweise auf das Narkoserisiko hierzulande: Die Analyse von 1,36 Millionen Narkosen ergab demnach ein anästhesiebedingtes Risiko für schwere Zwischenfälle von 7,3 pro einer Million Narkosen. Untersucht wurden Dokumentationen von Anästhesien bei geplanten Operationen bei ansonsten weitgehend gesunden Patienten. Gerade vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wollen DGAI und BDA die Patientensicherheit konsequent weiter verbessern, um den wachsenden Herausforderungen adäquat entgegenzutreten.

Anästhesieberichte von geplanten Operationen bei Patienten, bei denen keine besonderen Risikofaktoren vorlagen, wurden im Hinblick auf die Häufigkeit von schweren Zwischenfällen und Komplikationen analysiert. Bei den schweren Zwischenfällen handelte es sich um Komplikationen, deren Resultat von den behandelnden Anästhesisten als „Tod oder bleibender Dauerschaden“ angegeben wurde. Ein Expertenteam habe geprüft, ob es sich eher um ein Anästhesieproblem oder eventuell um eine operative oder andere Komplikation handelte. In zehn Fällen konnten die schweren Zwischenfälle und Komplikationen den Angaben zufolge eindeutig der Anästhesie zugeordnet werden: In neun Fällen waren Intubationsprobleme aufgrund eines unerwartet schwierigen Luftweges die Komplikationsursache, in einem Fall handelte es sich um einen Bronchospasmus.

„Die Patientensicherheit bei Narkosen in Deutschland ist, verglichen mit anderen Ländern, sehr hoch“, kommentierte der DGAI-Generalsekretär Prof. Hugo Van Aken vom Universitätsklinikum Münster, die Ergebnisse. So habe man in einer niederländischen Studie mit 14 pro 100.000 Fällen eine 20-fach höhere Rate an anästhesiebedingten Todesfällen bei Patienten aller Risikogruppen (elektive Eingriffe und Notfälle) festgestellt. Die deutschen Daten zeigten, dass ein narkosebedingter Todesfall oder permanenter Schaden bei uns in 0,7 pro 100.000 Fällen auftreten.

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