Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Operieren während der Schwangerschaft: Chirurginnen gewinnen FamSurg-Sonderpreis 2014

Das Projekt zur Erstellung eines Positionspapiers „Operative Tätigkeit während der Schwangerschaft“ des Jungen Forums der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) hat den FamSurg-Sonderpreis 2014 gewonnen. Vor dem Erfahrungshintergrund ihrer eigenen Schwangerschaft erarbeiten Dr. Maya Niethard und Dr. Stefanie Donner, beide Fachärztinnen für Orthopädie und Unfallchirurgie, Handlungsempfehlungen für Kliniken zum rechtlichen Umgang mit Chirurginnen, die während der Schwangerschaft das Skalpell nicht aus der Hand legen wollen. Bisher würden junge Ärztinnen unmittelbar nach Bekanntgabe einer Schwangerschaft aus dem OP verbannt oder sie verheimlichen ihre Schwangerschaft so lange es geht und verzichten so auf einen sinnvollen, gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutz.

Wie das Junge Forum mitteilte, zielt das Projekt darauf ab , Arbeitgebern bis 2015 eine Handlungsempfehlung zur Verfügung zu stellen, in der die aktuelle Rechts- und Datenlage aufgeführt ist und die Möglichkeit einer individuellen Gefährdungsbeurteilung vorgestellt wird. Schwangere Chirurginnen sollen so die Chance bekommen, während ihrer Schwangerschaft unter bestimmten Voraussetzungen und Schutzmaßnahmen weiter operieren zu können. Auf diese Weise lasse sich vermeiden, dass jungen Ärztinnen wertvolle Zeit für ihre Aus- und Weiterbildung verloren geht.

Projektleiterin Maya Niethard, die auch die Sektion Familie und Beruf des Jungen Forums der DGOU leitet, erklärte dazu: „Das Positionspapier stellt einen Meilenstein für alle zukünftigen Chirurginnen dar, die mit viel Ehrgeiz und persönlichem Engagement den Weg der Chirurgie beschritten haben. Es führt zu einem offeneren Umgang mit dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf und ermöglicht es, einen Knick in der beruflichen Karriere von Chirurginnen zu vermeiden.“ Immerhin sind laut einer 2013 durchgeführten Umfrage des Berufsverbandes der Chirurgen (BDC) mehr als 50 Prozent der aktiv chirurgisch tätigen Weiterbildungsassistenten Frauen. Viele Ärztinnen wollten auch während der Schwangerschaft operieren, scheiterten aber an der veralteten Auslegung des Mutterschutzgesetzes von 1952 durch den Arbeitgeber, Betriebsarzt oder das Gewerbeaufsichtsamt. Dementsprechend verböten die Kliniken den Umgang mit schneidenden und stechenden Instrumenten für Schwangere. Eine schriftliche Fixierung dieses Verbotes gibt es im Mutterschutzgesetz jedoch nicht.

Der FamSurg-Sonderpreis wurde mit 500 Euro dotiert. FamSurg steht für „Family und Surgery“ und ist ein Projekt zur Förderung von Frauen und familienfreundlichen Strukturen in der Chirurgie. FamSurg wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union (ESF).

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2014 | Impressum | Datenschutzhinweise | Design & Umsetzung: zollsoft GmbH