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Metatarsalgie: Wann operieren? Wann konservativ behandeln?

Schmerzen am Vorfußballen können sehr unterschiedliche Ursachen haben: Grund für die Fehlbelastung und damit die Metatarsalgie können Veränderungen der Fußstatik und Zehendeformitäten, funktionelle Dysbalancen, Tumoren, Hautveränderungen, aber auch Entzündungen oder degenerative Veränderungen sein. Darauf wiesen die Referenten einer Sitzung zur Metatarsalgie im Rahmen der 22. Jahrestagung der Gesellschaft für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie (GFFC) hin, die vom 5. bis 6. Dezember 2014 in Unterschleißheim stattgefunden hat. Der Northeimer Orthopäde/Unfallchirurg Dr. Hartmut Stinus erklärte hierzu: „Erster Schritt im Therapiealgorithmus der Metatarsalgie ist immer die Unterscheidung, ob eine Schwiele vorliegt oder nicht.“ Aus dem weiteren Verlauf der Ursachenforschung ergibt sich das jeweilige individuelle Therapieschema.

Vor einer Operation sollte jedoch immer zunächst eine konservative Behandlung mit einer Einlagenversorgung stehen – darin waren sich trotz graduell unterschiedlicher Einschätzungen alle Referenten der Sitzung einig. Der niedergelassene Chirurg Dr. Alexander Sikorski aus Rheinbach plädierte für eine enge Zusammenarbeit mit dem Orthopädieschuhtechniker bei der Einlagenverordnung: „Orthopädieschuhtechniker können schließlich nur das bauen, was wir verschreiben.“  Der Orthopädieschuhtechniker Matthias Löffler aus Mössingen bestätigte dies: „Wir brauchen nicht die lapidare Ansage ‚Einlagen nach Maß’, sondern einen differenzierten Auftrag.“ Von Pelotten als Teil der Einlagenversorgung ist man mangels Evidenz mittlerweile überwiegend abgekommen: „Pelotten verursachen zudem oft Schmerzen und bewirken so, dass die Einlagen nicht getragen werden“, sagte Löffler.

Erst wenn die Einlagenversorgung nicht die gewünschte Entlastung erzielt, sollte man über eine Operation nachdenken. Der Unfallchirurg Dr. Ernst Orthner aus dem österreichischem Wels betonte allerdings, dass die operative Therapie mit 80 bis 90 Prozent Erfolgsquote bessere Ergebnisse als die konservative Therapie liefere – „aber man muss die biomechanischen Zusammenhänge und die Auswirkungen der Operation im Blick behalten und die Begleitschäden der operativen Therapie in den Griff bekommen.“

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