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DKOU: Alterstraumatologische Zentren spezialisieren sich auf die Bedürfnisse geriatrischer Patienten

Noch vor 100 Jahren bedeutete für ältere Menschen eine hüftgelenksnahe Fraktur praktisch ein Todesurteil. Wie Orthopäden und Unfallchirurgen bei einer Pressekonferenz im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) betonten, gab es keine Möglichkeiten der operativen Stabilisierung, geschweige denn des künstlichen Hüftgelenksersatzes. Das Unfallereignis zwang alte Menschen in eine monatelange Bettlägerigkeit, begleitet von gefährlichen und häufig tödlichen Komplikationen. Heute können dank der Fortschritte bei Narkoseverfahren und operativen Techniken die meisten Patienten risikoarm operiert werden. Die Osteosyntheseverfahren sind so stabil, dass die Patienten das operierte Bein sofort wieder belasten können.

Dennoch überleben nach wie vor etwa 25 Prozent der Patienten mit hüftgelenksnaher Fraktur das erste Jahr nach ihrer Verletzung nicht. Viele von ihnen kommen im gewohnten Umfeld nicht mehr zurecht und werden zu Pflegefällen. Als Grund hierfür nannte Prof. Michael Nerlich, Direktor der Klinik für Unfallmedizin am Krankenhaus Regensburg, das Delirium infolge eines operativen Eingriffs. „Dieser Zustand ist durch Verwirrung und Halluzinationszustände, Unruhe und Apathie gekennzeichnet.“ Das Delirium mache den Patienten anfällig für gefährliche Folgekomplikationen, schränke aber auch die Kooperationsfähigkeit im Rehabilitationsprozess massiv ein.

 „Nach einem Sturz kommt der alte Patient in die Notaufnahme. Dort ist es grell, hell und laut, er hat keine vertraute Person an seiner Seite. Diese Situation überfordert den Patienten und macht sie verwirrt, unruhig und zum Teil auch aggressiv“, berichtete Nerlich. „Wenn diese Patienten von einer vertrauten Person begleitet werden, beeinflusst das den Heilungsverlauf sehr positiv.“

 Diesem Ansatz folgt die Arbeitsgruppe Alterstraumatologie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU), in der neue Versorgungsansätze entwickelt werden und in der gerade auch die nicht-chirurgischen Aspekte der Versorgung alter Menschen mit Verletzungen des Bewegungsapparates in den Vordergrund rücken. In Zentren für Alterstraumatologie, wie sie an immer mehr bundesdeutschen Kliniken entstehen und die sich von der DGU zertifizieren lassen können, arbeiten Orthopäden und Unfallchirurgen eng zusammen mit Geriatern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Psychologen. Nerlich betonte: „Wir wollen auch in der Alterstraumatologie Spitzenmedizin bieten.“

Mehr Informationen zum DKOU finden Sie hier:

www.dkou.org.

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