Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

DGCH-Netzwerk für mehr Patientensicherheit in der Chirurgie

Ob ein neues operatives Verfahren wirksam und sicher ist, können nur kontrollierte klinische Studien belegen. Wie die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) mitteilte, sind diese in der Chirurgie allerdings selten. Denn die technische Ausführung ist komplex: Für einen Vergleich zweier Methoden etwa müssen Patienten, Befunde und Behandlung vergleichbar sein. „Genau genommen dürfen bei einer verblindeten Studie weder Patienten noch Ärzte und Pfleger vom eingesetzten Verfahren wissen – das ist in der Chirurgie nur schwer umsetzbar“, sagte Priv.-Doz. Dr. Markus Diener, ärztlicher Leiter des DGCH-Studienzentrums.

In den vergangenen zehn Jahren sei es der DGCH dennoch gelungen, mit ihrem Studienzentrum die Umsetzung klinischer Studien in der Chirurgie bundesweit voranzutreiben. Seit 2006 gehöre das SDGC in Heidelberg neben sieben chirurgischen Regionalzentren und 320 angeschlossenen Kliniken dem chirurgischen Studiennetzwerk CHIR-Net an. Die daraus entstandene Infrastruktur ermögliche eine professionelle Durchführung klinischer Studien: Das Netz habe bereits 27 chirurgische Studien mit insgesamt 6300 Patienten auf den Weg gebracht. Die Partner bildeten zudem junge Chirurgen im Bereich klinischer Studien aus, entwickeln Methoden und beraten bei der Konzeption von Forschungsprojekten.

Künftig soll das Netzwerk um weitere Standorte wachsen. „Bei der Auswahl und Umsetzung weiterer klinischer Studien werden sämtliche chirurgische Fachdisziplinen berücksichtigt, um die Bandbreite der Fragestellung in der Chirurgie angemessen abzudecken“, sagte DGCH-Präsident Prof. Joachim Jähne. Ein weiteres Anliegen der DGCH sei es, die in die Studien eingebunden Patienten optimal zu betreuen: Dafür sollen die bisherigen professionellen Strukturen weiter ausgebaut und eigens Studienpersonal ausgebildet werden.
 
Eine besondere Rolle spiele für die DGCH bei den klinischen Studien die Nutzenbewertung von Medizinprodukten wie Einwegspritzen, Implantaten, Kathetern oder Kunstgelenken. „Auf europäischer Ebene gelten dafür noch immer keine einheitlichen Standards, was ein ernstzunehmendes Risiko für die Patientensicherheit bedeutet“, bedauerte DGCH-Generalsekretär Prof. Hans-Joachim Meyer. Dafür müsse dringend eine international gültige und höchsten Qualitätsansprüchen genügende Lösung gefunden werden. Die Sektion Chirurgische Forschung der DGCH habe deshalb im Oktober eine „AG Implantate“ gegründet. Diskutiert werde auch, neue Register für Medizinprodukte einzuführen. Auch Unternehmen aus der Branche sollen für die Nutzenbewertung ihrer Produkte von der Expertise und den Strukturen von SDGC und CHIR-Net profitieren.

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