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Die Vorstände der FALK-KVen fordern eine Obergrenze für MVZ

Zum Thema Medizinische Versorgungszentren (MVZ) erklärten die in der Freien Allianz der Länder-KVen (FALK) verbundenen Vorstände heute in Berlin: „Mit großer Sorge beobachten wir, dass ärztliche Kooperationen inzwischen zunehmend in Form sehr breit aufgestellter MVZ stattfinden. Denn dies geschieht nur noch selten auf der Basis eines freiwilligen Zusammenschlusses niedergelassener Ärztinnen und Ärzte, sondern vielmehr durch den geplanten Aufkauf von Vertragsarztsitzen durch privatwirtschaftlich organisierte Klinikkonzerne.“ Einige MVZ würden so groß, dass sie ausschließlich von Konzernen oder auch branchenfremden Geldgebern übernommen werden können, da das Investitionsvolumen für einzelne niedergelassene Ärztinnen und Ärzte nicht mehr zu bewältigen ist.

„Dies führt zu einer immer stärkeren Zentralisierung der Versorgung und kann letztlich auch bedeuten, dass in immer mehr Regionen die medizinische Versorgung sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich ausschließlich von Krankenhäusern angeboten wird“, heißt es in der Erklärung weiter. Befördert werde diese Entwicklung von gesetzlichen Regelungen zum Zulassungsverzicht zugunsten einer Anstellung. Dies ermögliche es, Zulassungen ohne Ausschreibung in der Art eines Konzessionshandels zu Höchstpreisen weiterzugeben, ohne dass niederlassungswillige Ärzte eine Chance auf die Praxisnachfolge hätten und ohne dass die Kassenärztlichen Vereinigungen Versorgungsbedürfnisse definieren könnten.

„Wir fordern deswegen den Gesetzgeber auf, eine Obergrenze für die Arztsitze in einem MVZ zu definieren und den Verkauf von Zulassungen im Sinne eines Konzessionshandels ohne Steuerungsmöglichkeit und ohne Berücksichtigung von Versorgungsbedürfnissen zu beenden. Nur so kann die Herrschaft nicht mehr steuer- und kontrollierbarer Riesenversorgungsgebilde im Gesundheitswesen verhindert und der eingeschlagene Weg in die Konzernmedizin wirksam korrigiert werden“, erklärten die FALK-KVen. Der Zusammenschluss FALK war Anfang Mai 2011 aus einer Initiative der vier Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern entstanden. Zum 1. Mai 2015 trat die KV Westfalen-Lippe und am 1. Juni 2015 die KV Saarland dem FALK-Bündnis bei. Als ihr Ziel bezeichnen die FALK-KVen eine länderübergreifende Kooperation zu wichtigen gesundheits- und versorgungspolitischen Themen sowie eine effektive Vertretung der Interessen der Länder-KVen auf Bundesebene.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) bezifferte die Zahl der vertragsärztlichen Zulassungen MVZ im August 2016 auf insgesamt 2.156 Sitze. Allerdings basiert diese Zahl auf Daten, die bis Ende 2015 erhoben wurden. Der KBV-Statistik zufolge sind pro MVZ im Schnitt 6,6 Ärzte beschäftigt, die häufigsten Fachrichtungen sind Hausärzte, fachärztliche Internisten und Chirurgen.

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