Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

ZiPP-Jahresbericht 2015: Anstieg der Jahresüberschüsse geht an Chirurgen vorbei

Einmal pro Jahr veröffentlicht das Zentralinstitut der kassenärztlichen Versorgung (Zi) die Ergebnisse des Praxis Panels (ZiPP), das Auskunft über betriebswirtschaftliche Kenngrößen der in Deutschland niedergelassenen Vertragsärzte gibt. Vor wenigen Tagen hat die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) den jüngsten ZiPP-Jahresbericht veröffentlicht. Anlässlich der Präsentation der Zahlen erklärte KBV-Chef Dr. Andreas Gassen: „Die finanzielle Situation der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten hat sich zwar verbessert. Trotzdem: Die Arbeit als angestellter Arzt im Krankenhaus ist finanziell attraktiver. Gleichzeitig stagnieren die Investitionen. Das ist eine alarmierende Entwicklung.“

Die Daten für den aktuellen ZiPP-Jahresbericht wurden 2015 erhoben und umfassen die Jahre 2011 bis 2014. Demnach ist der Jahresüberschuss im Jahr 2014 zwar gestiegen. „Wir dürfen dabei aber nicht vergessen, dass Krankenhausärzte noch immer besser da stehen – beim Gehalt und bei der Arbeitszeit. Und solange das der Fall ist, müssen wir um jeden Arzt im Wettbewerb mit den Krankenhäusern kämpfen“, erklärte Gassen. „Nach Abzug von Steuern und Versicherungen verbleiben dem Niedergelassenen rund 78.000 Euro im Jahr“, sagte der KBV-Chef. Geld, von dem er dann aber noch Investitionen in seine Praxis tätigen müsse. Doch nach Angaben der KBV stagnierten im Berichtszeitraum die Investitionen trotz eines hohen Bedarfs. „Die Niedergelassenen haben kein Vertrauen mehr in die Stabilität der finanziellen Rahmenbedingungen. Das muss sich ändern“, betont Gassen. Er forderte die Politik dazu auf, sich klar zur ambulanten Versorgung zu bekennen. „Die Niederlassung muss wieder attraktiver werden – das geht aber nur, wenn die Verdienstmöglichkeiten in der eigenen Praxis bei hohem wirtschaftlichen Risiko mindestens genauso gut sind, wie in der sicheren Anstellung im Krankenhaus“, forderte Gassen.

Veröffentlicht wurden die gemittelten Veränderungsraten für den Zeitraum von 2011 bis 2015 für diverse betriebswirtschaftliche Parameter, darunter Praxiseinnahmen, Einnahmen und Überschüsse pro Praxisinhaber, Aufwendungen für Personal, Wartung und Leasingraten für Geräte, wöchentliche Arbeitszeit sowie Urlaubs- und Krankheitstage. Sämtliche Daten wurden nach einzelnen Fachgruppen aufgeschlüsselt. So lässt sich im ZiPP-Jahresbericht nachlesen, dass Chirurgen im Schnitt 53 Stunden pro Woche arbeiten und dass bei ihnen 81 Prozent der Arbeitszeit auf die direkte Arbeit am Patienten entfallen. Spannender ist der Blick auf die unterschiedlichen Honorarzuwächse bei den Fachgruppen: So stieg der gemittelte Jahresüberschuss pro Praxisinhaber über den gesamten Zeitraum und alle Fachgruppen hinweg zwar um 3,7 Prozent. Für die Chirurgen fiel der Anstieg mit 2,3 Prozent im Schnitt aber niedriger aus: Spitzenreiter mit einem Anstieg des Jahresüberschusses um 6,6 Prozent sind die Augenärzte, gefolgt von Dermatologen und HNO-Ärzten mit je 5,4 Prozent Steigerung.

Aufschlussreich ist auch der Kennzahlenvergleich zur Zahl der Behandlungsfälle im Verhältnis zum Honorarumsatz je Arzt. Hier ergab sich 2014 für die Chirurgen ein Anstieg der Zahl der Behandlungsfälle um 6,4 Prozent, wohingegen der Honorarumsatz je Arzt nur um 1,1 Prozent anstieg. In der Summe ergibt dies ein Minus von 5,0 Prozent beim Honorarumsatz je Behandlungsfall. Die vollständigen Daten des ZiPP-Jahresberichts (Zusammenfassung als pdf-Datei sowie eine Tabellensammlung im Excel-Format) kann man unter www.zi-pp.de herunterladen. Hier finden sich auch Informationen für alle Teilnehmer der jährlichen Befragung, wie sie die Kennzahlen ihrer eigenen Praxen im Vergleich zu anderen Praxen derselben Fachgruppe auswerten können.

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