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DGOU und BVOU: Ärzte setzen Bildgebung bei Rückenschmerzen angemessen ein

Deutsche Ärzte setzen bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnostik bei Rückenschmerzpatienten angemessen ein. Dies teilten die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU) und der Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (BVOU) in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Sie beziehen sich dabei auf Daten der Nationalen Versorgungs-Leitlinie Kreuzschmerz, Versorgungsdaten aus Arztpraxen in Baden-Württemberg und Daten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) schließen.

Anlass für die gemeinsame Stellungnahme ist die Publikation „Faktencheck Rücken“, welche die Bertelsmann Stiftung vor kurzem veröffentlicht hat. Die Autoren behaupten darin unter anderem, bei Rückenschmerzen reagierten Ärzte zu häufig mit übertriebener Diagnostik und rückten überzogene Erwartungen ihrer Patienten oft nicht zurecht. So heißt es in dem Bericht zum „Faktencheck Rücken“ wörtlich: „Die Unkenntnis und überhöhten Erwartungen der Patienten räumen Ärzte aber nicht immer aus. Dadurch kommt es neben übermäßig vielen Arztbesuchen auch zu teils unnötigen Bildaufnahmen. Allein 2015 haben Ärzte über sechs Millionen Röntgen-, CT- und MRT-Aufnahmen vom Rücken veranlasst. Bei 22 Prozent wurde eine Aufnahme vom Rücken bereits im Quartal der Erstdiagnose angeordnet. Bei jedem zweiten Betroffenen wurde ein Bild veranlasst, ohne vorher einen konservativen Therapieversuch, zum Beispiel mit Schmerzmitteln oder Physiotherapie, unternommen zu haben.“

DGOU und BVOU haben die Bertelsmann-Studie analysiert und kommen zu anderen Ergebnissen: So sei die Anzahl von Behandlungsfällen mit der Diagnose Kreuzschmerz (IDC-10-Code M54) nach aktuellen Angaben der KBV in den Jahren 2010 bis 2015 von 41 Millionen auf 45 Millionen gestiegen. Im selben Zeitraum sei aber die Zahl der Behandlungsfälle mit bildgebender Diagnostik von knapp 2,8 Millionen auf 2,2 Millionen Behandlungsfälle gesunken. Bei weniger als 5 Prozent der Fälle werde derzeit nach Erkenntnissen der KBV überhaupt noch eine Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule vorgenommen. „Bei genauerer Analyse ist eine gravierende Überversorgung von Rückenschmerzpatienten im Hinblick auf bildgebende Verfahren nicht zu belegen“, sagte BVOU-Präsident Dr. Johannes Flechtenmacher.

Die vollständige Stellungnahme der DGOU und des BVOU findet sich hier.

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