Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Diskussion um neue Corona-Sonderprämie – wieder ohne Bonus für MFA

Seit zwei Wochen kursiert die Meldung in den Medien, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plane eine weitere Corona-Prämie für Krankenhausbeschäftigte. Je Mitarbeiter seien bis zu 1500 Euro vorgesehen. Wie etwa die Ärzte Zeitung berichtete, sollten mit der Sonderzahlung „die besonderen Belastungen etwa von Pflegekräften oder des Reinigungspersonals in der Pandemie gewürdigt werden“. Insgesamt wolle die Bundesregierung 450 Millionen Euro dafür bereitstellen, die Verteilung solle über die Krankenhäuser erfolgen.

Im vertragsärztlichen Bereich führte diese Meldung erneut zu Irritationen. So forderte der Verband medizinischer Fachberufe e.V. (VMF) Spahn auf, die Arbeit von Medizinischen Fachangestellten (MFA) im niedergelassenen Bereich ebenso wertzuschätzen. Mit seinem neuen Vorschlag, nur den beschäftigten Pflegekräften in Krankenhäusern eine Einmalzahlung zukommen zu lassen, setze der Bundesgesundheitsminister die Missachtung der Leistungen anderer Gesundheitsberufe in der Corona-Pandemie fort, kritisierte der Verband. „Das ist ein weiterer Schlag ins Gesicht der Medizinischen Fachangestellten (MFA), die seit Beginn der Pandemie in den niedergelassenen Praxen und in der Betreuung der Patient*innen im häuslichen Umfeld am Limit arbeiten“, erklärte dazu VMF-Präsidentin Hannelore König. MFA hätten an der Seite der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte bis zu 95 Prozent der COVID-19-Patienten versorgt. Sie hätten die freiwilligen PCR-Tests von Urlaubsrückkehrer*innen ermöglicht. Sie fingen Engpässe im öffentlichen Gesundheitsdienst auf, wenn die Patient*innen dort keine Antworten auf ihre Fragen erhalten. Sie versorgten die Pflegebedürftigen in den Pflegeeinrichtungen und der Häuslichkeit und führten auch dort PCR-Tests durch. Sie impften in mobilen Impfteams und Impfzentren gegen COVID-19. MFA seien laut AOK-Krankheitsdaten außerdem am zweithäufigsten von COVID-19-Erkrankungen betroffen – noch vor den Pflegekräften. Allein dies zeigt nach Einschätzung des VMF, dass nicht nur die Beschäftigten auf Intensivstationen hohen Belastungen ausgesetzt sind.

Auch der Virchowbund kritisierte die Pläne: So werde mehr als zwölf Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie MFA immer noch ein Corona-Bonus der Bundesregierung verwehrt. „Es ist eine Schande, dass der Gesetzgeber das nicht auf die Reihe bekommt“, sagte der Bundesvorsitzende Dr. Dirk Heinrich. „Wir fordern die Regierung auf, jetzt dieses wichtige Zeichen der Wertschätzung an den systemrelevanten Beruf der MFA zu senden“, sagt Dr. Heinrich. Zahlreiche Praxen hätten bislang freiwillige Boni an ihre MFA ausgezahlt. Doch der überwiegende Teil könne sich das angesichts einbrechender Patientenzahlen und Honorare schlicht nicht leisten. Denn der Schutzschirm für die Praxen gelte nur für Leistungen der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. „Über die Hälfte der Praxen braucht jedoch zusätzlich Geld aus der extrabudgetären Vergütung um wirtschaftlich überleben zu können“, erklärt Dr. Heinrich. „Indirekt werden MFA damit doppelt bestraft, da auch Gehaltserhöhungen so gut wie unmöglich werden.“

 

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