Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Zi-Daten: Deutlicher Rückgang der ambulanten Behandlungsfälle infolge Corona

Nachdem die Inanspruchnahme vertragsärztlicher und vertragspsychotherapeutischer Leistungen mit Beginn der COVID-19-Krise Anfang März 2020 stark zurückgegangen und sich erst ab Ende Mai wieder normalisiert hatte, haben die Fallzahlen mit dem zweiten Lockdown ab November 2020 erneut deutlich nachgegeben. Mit Beginn des vierten Quartals sind die Gesamtfallzahlen gegenüber dem Vorjahr zwar zunächst leicht angestiegen (+6,3 Prozent), waren dann ab Anfang November aber mit einem Minus von bis zu 4,5 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten wieder stark rückläufig.

Bezogen auf die Versorgungsbereiche sind die stärksten Fallzahlrückgänge bei Kinder- und Jugendärzten mit einem Rückgang von bis zu 16,7 Prozent zu beobachten. Bei psychotherapeutisch tätigen Ärzten betrug der Fallzahlrückgang bis zu 14,1 Prozent. Zudem ist die Anzahl hausärztlicher Fälle mit persönlichem Arzt-Patienten-Kontakt im November 2020 mit minus 13,2 Prozent deutlich unter den Vorjahreswert gesunken. Bei den Fachärzten fallen die entsprechenden Fallzahlrückgänge am stärksten bei den Hals-Nasen-Ohren-Ärzten (-15 Prozent) und bei den Chirurgen (-12,5 Prozent) aus. Besonders auffällig sind hierbei die Fallzahlverluste beim Ambulanten Operieren im Zusammenhang mit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020: Hier gingen die Fallzahlen – jeweils im Vergleich zum Vorjahr – im Zeitraum vom 18.–24. März 2020 um 28,6 Prozent, zwischen dem 25. und 31. März 2020 sogar um 37,6 Prozent und vom 1. bis 28. April 2020 abermals um 25,8 Prozent zurück. Alle Zahlen im Detail kann man in der Veröffentlichung des Zi nachlesen.

Vor dem Hintergrund weiter zurückgehender Behandlungszahlen in der Corona-Pandemie und zeitgleicher Schutzmaßnahmen für Krankenhäuser bekräftigte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dr. Dominik von Stillfried: „Die von der Politik beschlossenen Begleitmaßnahmen zur Corona-Pandemie greifen tief in die vertragsärztliche und psychotherapeutische Versorgung ein. Die im März 2021 vom Gesetzgeber getroffene Regelung, um pandemiebedingte Einschnitte bei den Praxen aufzufangen, ist aber kein Schutzschirm. Umsatzverluste einzelner Praxen müssen aus dem budgetierten Gesamthonorar, also letztlich durch die Ärzte und Psychotherapeuten untereinander ausgeglichen werden. Extrabudgetär vergütete Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen und ambulante Operationen, die stark rückläufig waren, sind dabei nicht berücksichtigt. Wer den enormen Einsatz der Vertragsärztinnen und -ärzte und ihrer Praxisteams in der Pandemie schätzt, spannt den Schutzschirm von 2020 für die Praxen wieder auf.“

Für den Bericht wurden dem Zi von 16 der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen (ohne Bremen) Frühinformationen aus den Abrechnungsdaten des ersten und zweiten Quartals 2020 sowie aggregierte Informationen aus den Abrechnungsdaten des ersten und zweiten Quartals 2019 übermittelt. Für das dritte und vierte Quartal wurden von 15 KVen (ohne Bremen und Mecklenburg-Vorpommern) Frühinformationen aus den Abrechnungsdaten 2020 bzw. aggregierte Informationen aus den Abrechnungsdaten des Jahres 2019 zur Verfügung gestellt. Der Bericht knüpft an die Ergebnisse des dritten Zi-Trendreports zu den ersten drei Quartalen 2020 an.

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