Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Hygienekosten: SpiFa kritisiert Verweigerungshaltung der Krankenkassen scharf

Die Kosten für eine qualitätsgesicherte und validierte Aufbereitung von medizinischen Geräten sind in den letzten Jahren erheblich angestiegen und können aus den von den gesetzlichen Krankenkassen für die damit zu erbringenden Leistungen am Patienten gezahlten Beträge nicht mehr gedeckt werden. Darauf hat der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) erneut hingewiesen. So zahlten die Kassen beispielsweise für eine Lupenlaryngoskopie (Untersuchung des Kehlkopfes mittels Endoskop) lediglich einen Betrag von 8,23 EUR (74 EBM-Punkte). „Die vorgeschriebene Desinfektion der zu nutzenden Gerätschaften kostet ein Vielfaches davon“, kritisierte SpiFa- Hauptgeschäftsführer Lars Lindemann. Nach Auffassung des SpiFa nutzen die Kassen schamlos den Umstand aus, dass Ärztinnen und Ärzte ihrer Verpflichtung zu notwendigen Hygienemaßnahmen selbstverständlich nachkommen. Sie entzögen sich ihrerseits der ebenso selbstverständlich bestehenden Verpflichtung, die für die Hygienemaßnahmen notwendige Finanzierung zu übernehmen.

SpiFa-Vorstandsmitglied Dr. Axel Schroeder ergänzte: „Diese Verweigerung der gesetzlichen Krankenkassen erleben wir nun seit Jahren. Wir sind jedoch nicht mehr bereit hier stillzuhalten, sondern werden mit unseren Patienten über die Verweigerung der Kassen in unseren Praxen sprechen. Ja, wir werden auch die völlig destruktive Verhandlungsposition der Krankenkassen in der gemeinsamen Selbstverwaltung thematisieren und die Patienten auffordern, auf ihre jeweilige Kasse zuzugehen und sich eine Kostenübernahmeerklärung für die vor Benutzung notwendige hygienische Wiederaufarbeitung der medizinischen Geräte einzuholen.“ Ansonsten könnten Fachärzte zum Beispiel endoskopische Untersuchungen generell nicht mehr im bisherigen Umfang erbringen. „Die Krankenkassen sollten dann auch das Kreuz haben, Ihren Versicherten zu erklären, warum sie allseits anerkannte Hygienestandards nicht bezahlen wollen, deren Erfüllung sie selbst einfordern“ meinte Dr. Schroeder.

Der BNC schließt sich der Kritik des SpiFa an und unterstützt entschieden die angekündigte Protestaktion: „Die Krankenkassen sind ihren Versicherten die Finanzierung von Hygienemaßnahmen schuldig!“, erklärte der BNC-Vorsitzende Jan Henniger, „Patientensicherheit ist immer höchstes Gebot.“

 

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2021 | Impressum | Datenschutzhinweise | Design & Umsetzung: zollsoft GmbH