Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Hygienekosten: Niedergelassene Urologen und Gastroenterologen schränken ihre Leistungen ein

Seit Anfang September beschränken viele niedergelassene Urologen in Nordrhein Zystoskopien auf sehr dringende und akute Fälle. Wie die Uro-GmbH Nordrhein erklärte, ist der Hintergrund der Aktion ein seit 2018 andauernder Streit mit den Kostenträgern über die Gegenfinanzierung gestiegener Hygienemaßnahmen. Doch auch die aktuelle Kampagne des Spitzenverbands Fachärzte (SpiFa), mit der auf die hohen Hygienekosten und die mangelnde Bereitschaft der Krankenkassen zur Gegenfinanzierung hingewiesen wird, hat die Urologen zu ihrer jüngsten Aktion bewegt. „Unter dem Eindruck der Pandemie hat die Politik gerade Hygienemaßnahmen in das öffentliche Bewusstsein gerückt und sehr viel Geld zusätzlich für Maßnahmen in die Hand genommen“, erklärte Geschäftsführer Dr. Michael Stephan-Odenthal. „Umso unverständlicher ist, warum die seit Jahren schon vor der Pandemie stark gestiegenen Hygienekosten in Praxen und Kliniken von den Kassen ignoriert und nicht ausgeglichen werden.“ Für ihn gleicht die Ignoranz der Kassen einer Hinhaltetaktik, die er als skandalös bewertet.

„Endoskope müssen sauber sein!“, heißt es auch beim Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (BNG). Ärztinnen und Ärzte könnten Untersuchungen wie Gastroskopien nur anbieten, wenn die damit verbundenen Kosten gedeckt sind, betonte die BNG-Sprecherin Priv.-Doz. Dr. Katja Klugewitz. „Weil sich die Krankenkassen seit Jahren weigern, diese Kosten in angemessener Weise zu übernehmen, bleibt uns nichts übrig, als die Untersuchungstermine auf das absolut Notwendige zu beschränken.“ Die inakzeptable Haltung der Krankenkasen zeige mittlerweile Folgen: Termine für Magenspiegelungen würden knapp. Seit Anfang August machten die Magen-Darm-Ärzte im Schulterschluss mit anderen endoskopierenden Facharztgruppen Ernst und böten die nicht hinreichend gegenfinanzierten Untersuchungen nur noch in medizinisch dringend erforderlichen Fällen an. Gut ein Drittel der Verbandsmitglieder hat nach Angabe des BNG begonnen, planbare Magenspiegelungen solange auszusetzen, bis die Erstattung der Hygienekosten angemessen geregelt ist. Einer verbandsinternen Umfrage zufolge hätten bereits 37 Prozent der gastroenterologischen Praxen ihre Patientinnen und Patienten über die Situation aufgeklärt und sie aufgefordert, sich schriftlich an ihre Krankenkassen zu wenden. „Wir werden sehen, wie lange Krankenkassen ihre Versicherten im Regen stehen lassen wollen", erklärte Klugewitz.

 

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