Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

DKG will „ambulante Fähigkeiten der Krankenhäuser vollständig nutzen“

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) appelliert an die zukünftige Bundesregierung, kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der Krankenhausversorgung zu ergreifen und einen nachhaltigen Reformprozess für die Veränderung der Kliniklandschaft nicht zu gefährden. Der DKG-Vorstandsvorsitzende, Dr. Gerald Gaß, forderte darin unter anderem eine Bund-Länder Zukunftskommission Krankenhaus und aktive Versorgungsplanung, um die Daseinsvorsorge zugewährleisten. „Dabei geht es nicht darum, jedes Krankenhaus, jeden Standort und jedes Bett zu erhalten, sondern vielmehr um aktive Steuerung und Planung. Wir benötigen das Zusammenspiel aus Zentralisierung komplexer Behandlungen und wohnortnaher Gesundheitsversorgung“, erklärte Dr. Gaß. „Auch die dringend notwendige Reform der ambulanten Notfallversorgung muss über Sektorengrenzen hinweg gedacht und umgesetzt werden. Wir brauchen hier bundesweite Vorgaben und gleichzeitig die Öffnung für länderspezifische Lösungen. Es gibt gute Kooperationen, die nicht durch eine Reform zerstört werden dürfen.“ Zugleich müsse die dauerhafte Unterfinanzierung der ambulanten Notfallversorgung beseitigt werden.

Daneben forderte Dr. Gaß die neue Bundesregierung dazu auf, ein neues Kapitel in der sektorenübergreifenden Versorgung aufzuschlagen. „Wichtig ist, dass die ambulanten Fähigkeiten der Krankenhäuser im Interesse der Patienten vollständig genutzt werden. Wir haben spürbare Lücken in der Versorgungslandschaft, gerade im ambulanten Bereich. Die Menschen müssen oft Monate auf Facharzttermine warten, und die Erreichbarkeit der ambulanten Notfallpraxen ist vielfach aus Sicht der Patienten unbefriedigend. Die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land kann nur gewährleistet werden, wenn wir die Potenziale der Krankenhäuser auch flächendeckend nutzen“, erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende. Um die Krankenhausversorgung dauerhaft zu sichern, müsse auch das gesamte Finanzierungssystem dringend umgebaut werden. Die reine Leistungsorientierung des DRG-Systems sei nicht krisenfest und benachteilige dringend benötigte Krankenhausstandorte, wie die Pandemie gezeigt habe. Auch weitere Ausnahmeereignisse wie die jüngsten Überschwemmungen verdeutlichten, dass der reine Leistungsbezug zu kurz greift. „Das DRG-System muss um Vorhaltekomponenten ergänzt werden“, heißt es in einer Mitteilung der DKG weiter. 

„Das Defizit der Investitionsfinanzierung durch die Länder ist seit vielen Jahren ein schweres Versäumnis, das zu Lasten der Patienten geht. Dringend notwendige Finanzmittel für Personal in der Patientenversorgung müssen von den Krankenhäusern in Investitionen umgeschichtet werden, um diese Lücken auszugleichen. Das ist ein Umstand, den die Bundesländer kennen und dennoch nicht handeln“, betonte der Vorstandsvorsitzende Gaß, der darüber hinaus auch auf den Personalmangel in den Kliniken verwies: „Während der Corona-Pandemie ist uns allen vor Augen geführt worden, dass ein Bett alleine keine Patienten versorgt. Wir als Träger der Krankenhäuser müssen unseren Anteil beitragen, attraktive Arbeitsbedingungen schaffen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten und verlässliche gute Arbeitgeber sein, die natürlich auch gut bezahlen. Aber die politischen Rahmenbedingungen müssen auch stimmen. Das heißt vor allem, dass Gehälter vollständig refinanziert werden müssen“, sagte Gaß.

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