Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Jahresrückblick: Das brachte 2021 für niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen

Auch dieses Jahr wurde im Wesentlichen von der COVID-19-Pandemie dominiert. Doch für BNC-Mitglieder sowie andere andere niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen hielt 2021 auch einige andere Neuigkeiten bereit. Ein kleiner Streifzug zum Jahresabschluss.

Der Januar 2021 begann für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte coronabedingt ungemütlich. Der Startschuss für die Impfkampagne war zwar bereits gefallen, doch der Impfstoff war noch knapp. Man hatte versäumt, auch Ärztinnen und Ärzten sowie deren Praxisangestellten, die in vertragsärztlichen OP-Zentren bei ambulanten Eingriffen und anderen Behandlungen täglich Menschen nahe kommen, bei der Immunisierung gegen SARS-CoV-2 Priorität einzuräumen – ein Umstand, gegen der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO) mit einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn protestierte.

Im Februar 2021 fehlte ein wichtiger jährlicher Höhepunkt des Jahres im Kalender der niedergelassenen Chirurginnen und Chirurgen: Der Bundeskongress Chirurgie in Nürnberg musste infolge der Pandemie abgesagt werden. Eigentlich hätte in dessen Rahmen die BNC-Delegiertentagung stattfinden sollen, in deren Rahmen ein Nachfolger für den altersbedingt ausgeschiedenen BNC-Vorsitzenden Dr. Christoph Schüürmann gewählt wird. Stattdessen hielt der BNC eine digital ausgerichtete außerordentliche Delegiertentagung ab. Hier wählten die Vertreter aus den regionalen ANC Jan Henniger, niedergelassener Chirurg aus Frankfurt, zu ihrem neuen Vorsitzenden.

Im März 2021 wurden erste Daten des COVIDSurg-Netzwerks veröffentlicht, wonach die postoperative Mortalität in den ersten Wochen nach dem Infektionsnachweis deutlich erhöht ist. Die Forscher rieten daher zu einer gründlichen Abwägung von Nutzen und Risiko bei geplanten chirurgischen Eingriffen nach überstandener Corona-Infektion – idealerweise sollte man nach einer COVID-19-Infektion mindestens sieben Wochen mit elektiven Eingriffen warten. Dasselbe Forschungsnetzwerk veröffentlichte kurz darauf Daten, wonach die Impfung gegen Corona im Vorfeld elektiver Eingriffe das Mortalitätsrisiko deutlich senkt.

Im April 2021 zeigte eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), dass die ambulanten Behandlungsfälle infolge von Corona im Jahr 2020 deutlich zurückgegangen waren. Bei den niedergelassenen Chirurginnen und Chirurgen wurde ein Rückgang der Fallzahlen von durchschnittlich 12,5 % verzeichnet, beim Ambulanten Operieren gingen die Fallzahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar um 25 bis 37 % zurück.

Im Mai 2021 veröffentlichte die Verbandszeitschrift Chirurgen Magazin + BAO Depesche die Ergebnisse einer Umfrage aus Heft 1.2021 unter den Leserinnen und Lesern, wonach die überwiegende Mehrheit der Teilnehmenden sich durch die Zeitschrift berufspolitisch gut informiert fühlt. Die allermeisten finden bei den behandelten medizinischen Themen immer etwas, das sie interessiert. Fachlich besteht besonders große Interesse an Themen aus der Orthopädie und Unfallchirurgie, gefolgt von Hand- und Fußchirurgie, Dermatologie, Wundbehandlung und Gefäßmedizin, Anästhesiologie, Notfallmedizin und Schmerztherapie und Viszeral- und Allgemeinchirurgie. Daneben wissen unsere Leserinnen und Leser weiterhin vor allem die Einordnung der aktuellen Gesetzgebung durch die Berufsverbände zu schätzen. Auch die juristischen Beiträge der Justiziare von BNC und BAO und Beiträge zur Abrechnung nach EBM, GOÄ oder UV-GOÄ stehen hoch im Kurs.

Im Juni 2021 fand ein Live-Webinar zur GOÄ-Abrechnung in der Chirurgie exklusiv für BNC-Mitglieder statt, das auf großes Interesse stieß. Das Webinar fand in Kooperation mit Firma Dr. Meindl u. Partner statt, es schalteten sich 116 Chirurginnen und Chirurgen aus dem BNC zu und nutzten im Anschluss an die Vorträge auch intensiv die Möglichkeit, Fragen zu stellen und einzelne Aspekte zu diskutieren. Die Veranstaltung war auch als kleine Kompensation für den Bundeskongress 2021 gedacht, der pandemiebedingt dieses Jahr leider ausfallen musste.

Im Juli 2021 verdrängte das verheerende Hochwasser in Nordrhein und Rheinland-Pfalz kurzzeitig Corona aus den Schlagzeilen. Eine riesige Welle der Hilfe rollte an – auch für Arztpraxen, die vom Hochwasser betroffen waren. Daneben stellte die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) vertragsärztlichen Praxen neue Musterdokumente zur Unterstützung beim postoperativen Akutschmerz-Management zur Verfügung.

Im August 2021 erhöhte der Spitzenverband Fachärzte (SpiFa) beim Thema Hygienekosten den Druck auf Politik und Kostenträger und startete eine neue Kampagne, mit der er auf die unzureichende Vergütung von notwendigen und gesetzlich vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen in vertragsärztlichen Praxen aufmerksam macht. Auch der BNC beteiligte sich an der Kampagne und veröffentlichte eine Pressemitteilung, in der er darauf hinwies, dass Hygiene in chirurgischen Praxen immer das oberste Gebot ist – nicht nur während einer Pandemie.

Im September 2021 beschloss der Berufsverband der niedergelassenen Kinderchirurgen (BNKD) im Rahmen seiner Mitgliederversammlung seinen Beitritt zum BNC. Für den BNC bedeutet der Beitritt des BNKD zum einen eine Vergrößerung des Kreises seiner Mitglieder und damit auch seines politischen Einflussbereichs, gleichzeitig kann er auf diesem Wege auch vermehrt kinderchirurgische Expertise einbinden und das fachliche Spektrum des Verbands erweitern. Für den BNKD bedeutet der Anschluss an den BNC, der als größerer Verband in den Gremien der Selbstverwaltung vertreten ist, dass unsere speziellen kinderchirurgischen Interessen und Anliegen künftig mehr Aufmerksamkeit erfahren.

Im Oktober 2021 fand ein weiteres Webinar zur Fortbildung für Mitglieder des BNC und des BAO statt. Thema war der Schutz vor Cyberkriminalität im Gesundheitswesen, ausgerichtet wurde die virtuelle Fortbildungsveranstaltung dieses Mal von der Helmsauer Akademie. Themen waren die aktuellen Entwicklungen zu Cybercrime im Gesundheitswesen, die Richtlinie der KBV zur IT-Sicherheit, Checklisten für den Notfall, Aufbau eines IT-Notfallplans für die Praxis, Merkmale von Phishing-Nachrichten und Phishing-Awareness in der Praxis.

Im November 2021 fand in Kassel erstmals wieder eine BNC-Delegiertentagung als Präsenzveranstaltung statt. Dort wählten die Delegierten der regionalen ANC nach der Wahl von Jan Henniger zum ersten Vorsitzenden im Februar 2021 weitere Mitglieder in den Vorstand des Berufsverbands, der sich nunmehr wieder in vollständiger Besetzung der berufspolitischen Interessenvertretung widmet. Hierbei rückte der bisherige Schatzmeister, Dr. Frank Sinning aus Nürnberg (ANC Mittelfranken) zum Stellvertreter des Anfang März gewählten 1. Vorsitzenden Jan Henniger aus Frankfurt (HCV Hessen) auf. Desweiteren votierten die Delegierten für die Hamburgerin Dr. Michaela Rothe (ANC Hamburg) als Schatzmeisterin, die als erste Frau in den BNC-Vorstand einzieht. Diesem gehören ab sofort auch Dr. Manfred Weisweiler aus Geilenkirchen (ANC Nordrhein) sowie Dr. Matthias Szabo aus Tuttlingen (ANC Südbaden) als Beisitzer an.

Im Dezember 2021 erklärte der BNC angesichts steigender Corona-Fallzahlen und überlasteter Kliniken seine Bereitschaft, die Krankenhäuser bei der Versorgung von Patienten mit chirurgischen Krankheitsbildern unterstützen zu wollen. In den Kliniken werden seit Beginn der vierten Corona-Welle wieder elektive Eingriffe abgesagt bzw. auf unbestimmte Zeit verschoben. Wenn niedergelassene Chirurginnen und Chirurgen in Absprache mit den Kliniken Patienten mit chirurgischen Erkrankungen und ambulanten Operationen übernehmen, können sich die Krankenhäuser auf die adäquate Behandlung der schwerkranken Fälle konzentrieren.

Die Online-Redaktion wünscht allen BNC-Mitgliedern trotz Pandemie und diversen anderen Widrigkeiten eine ruhige und besinnliche restliche Adventszeit und verabschiedet sich hiermit in die Weihnachtsferien. Auf Wiederlesen im neuen Jahr!

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