Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Studie: Von Männern operierte Frauen haben höheres Sterblichkeitsrisiko

Aktuell macht eine Anfang Dezember im JAMA Surgery publizierte Studie Schlagzeilen, wonach Frauen, die von einem männlichen Chirurgen operiert werden, häufiger versterben oder andere postoperative Komplikationen erleiden als Patientinnen, bei der eine Chirurgin am OP-Tisch stand. Für ihre Studie werteten die Forschenden die Daten von insgesamt 1.320.108 Patientinnen und Patienten aus Kanada aus, die zwischen 2007 und 2019 von 2.937 Chirurginnen und Chirurgen operiert worden waren. Ziel der Arbeit war es herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Geschlechterübereinstimmung von Patientin bzw. Patient und Chirurgin bzw. Chirurg und dem postoperativen Ergebnis gibt.

Hierfür wurden vier Gruppen gebildet: von Männern operierte Patientinnen, von Frauen operierte Patientinnen, von Männern operierte Patienten und von Frauen operierte Patienten. Bei gut 6 Millionen Eingriffen handelte es sich um von männlichen Chirurgen operierte Männer, in gut 500.000 Fällen wurden Frauen von Chirurginnen operiert. Die Konstellation Chirurgin und männlicher Patient wurde gut 50.000 Mal dokumentiert, die Kombination aus Patientin und männlichem Chirurg knapp 67.000 Mal. Bei den Operationen handelte es sich um 21 häufige elektive Eingriffe, als ungünstiges postoperatives Outcome wurden Tod, Wiederaufnahme im Krankenhaus sowie Komplikationen binnen 30 Tagen nach dem Eingriff definiert. Bei der Auswertung wurden die verschiedenen Konstellationen rechnerisch in Beziehung zur Häufigkeit unerwünschter Outcomes gesetzt.

Es zeigte sich, dass die Konstellation aus männlichem Chirurgen und weiblicher Patientin mit einem um 15% erhöhten Risiko für unerwünschte Outcomes einherging, während die umgekehrte Konstellation kein erhöhtes Komplikations- bzw. Mortalitätsrisiko für den Patienten ergab. Das Autorenteam hielt es für unwahrscheinlich, dass diese Ergebnisse mit Unterschieden in der professionellen Qualifikation zu erklären sind und vermuteten stattdessen implizite geschlechtsspezifische Vorurteile, sprich unbewusst verankerte Stereotypen und Einstellungen sowie Unterschiede in Arbeitsstil, Entscheidungsfindung und Urteilsvermögen bei männlichen bzw. weiblichen Chirurgen.

Quelle: Wallis CJD et al. Association of Surgeon-Patient Sex Concordance With Postoperative Outcomes. In: JAMA Surg. Published online December 8, 2021. doi:10.1001/jamasurg.2021.6339

 

Aktuelles | Über den BNC | Bundeskongress | Für Patienten | Presse | Landesverbände | Mitgliederbereich | Partner | Veranstaltungen | Praxisbörse | Chirurgensuche | FAQ für Ärzte | Kontakt Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V. © 2022 | Impressum | Datenschutzhinweise