Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

ANC in Baden-Württemberg wollen chirurgisch-orthopädische Stimmen in der KV stärken

Der Orthopäde Dr. Karsten Braun kandidiert für den Posten des KV-Vorstandsvorsitzenden in Baden-Württemberg (Foto: Udo Schäfer)

Der Vorsitzende der ANC Baden-Württemberg Nord, Dr. Andreas Lang, kandidiert für einen Platz in der KV-Vertreterversammlung

Der Vorsitzende der ANC Südbaden, Dr. Matthias Szabo, kandidiert für einen Platz in der KV-Vertreterversammlung

In der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) stehen richtungsentscheidende Wahlen an. Neben der Vertreterversammlung (VV) wird nämlich auch die KV-Spitze neu gewählt. Die badenwürttembergischen ANC Südbaden und ANC Baden-Württemberg Nord unterstützen die Bewerbung des orthopädischen Kollegen Dr. Karsten Braun aus Wertheim zum neuen KV-Vorsitzenden. Dieser möchte die Nachfolge des Orthopäden Dr. Norbert Metke antreten, der sich nach elf Jahren an der Spitze der Selbstverwaltung in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Daneben kandidieren die beiden ANC-Vorsitzenden, Dr. Andreas Lang und Dr. Matthias Szabo, für Sitze in der KV-VV. Die Stimmabgabe beginnt am 18. Juli und endet am 1. August 2022.

„Weil dieses Mal sowohl der erste als auch der zweite Vorstandsvorsitzende abtreten, haben wir gewissermaßen eine Schicksalswahl“, meint Dr. Lang. Die Arbeit des langjährigen KV-Chefs Dr. Metke habe den chirurgisch-orthopädischen Fachgruppen gutgetan, „auf diesem Kurs wollen wir weiterfahren.“ Traditionell würden in der KVBW die beiden Chefposten im Vorstand mit jeweils einer Person aus dem hausärztlichen und einer aus dem fachärztlichen Lager (Medi) besetzt. Für den Job sieht sich Dr. Braun gut gerüstet: „Ich habe in den letzten Jahren bereits diverse Funktionen bei der KV innegehabt und mich auch im BVOU stark engagiert.“

Es liegt ihm am Herzen, die fachübergreifende Kooperation weiterzuführen, die in Baden-Württemberg durch den Medi-Verbund und die fachärztlichen Selektivverträge gewachsen ist: „Als KV-Chef möchte man keine Klientelpolitik machen. Wir müssen uns neben der klassischen ambulanten Versorgung auch um die Sektorengrenze kümmern. Da haben wir die ermächtigten Chefärzte, außerdem gibt es auch im ambulanten Bereich immer mehr angestellte Ärztinnen und Ärzte, die in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder ein größeren Praxen arbeiten. Die wollen wir alle mit ins Boot holen“, erklärt Dr. Braun. „Interne Grabenkämpfe und Spaltereien schwächen uns nur nach außen. Es gibt genug Themen, bei denen wir als Ärzteschaft angegangen werden und geschlossen agieren sollten.“ Eines davon sind die Einzelfallprüfungen und Regresse, deren Zahl während der Corona-Pandemie massiv zugenommenen habe. „Das ärgert uns, weil es sich oft nur um Bagatellbeträge handelt, für die seitens der Krankenkassen ein Riesenaufwand betrieben wird. Ich werde darauf dringen, die Bagatellgrenze anzuheben, um den Aufwand der Prüfungen und Regresse für alle Beteiligten zu reduzieren“, meint Dr. Braun.

Ebenfalls ganz oben auf der Agenda steht die Nachwuchsförderung, wie der Vorsitzende der ANC Baden-Württemberg Nord, Dr. Lang, erklärt: „Wir wollen die jungen Ärztinnen und Ärzte motivieren, im ambulanten Bereich weiterzumachen. Allerdings werden vielen noch während ihrer Weiterbildungszeit in den Kliniken langfristige Verträge angeboten. Dann ist die Schwelle recht hoch, in den ambulanten Sektor zu wechseln.“ Alle drei Kandidaten sind überzeugt, dass von einer stärkeren Verzahnung der Sektoren bei der Weiterbildung alle Beteiligten profitieren würden. Etwa, damit die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung im niedergelassenen Bereich die ambulant-operativen und konservativen Leistungen ihrer Fachgebiete lernen können, die in Kliniken kaum noch angeboten werden. Für Niedergelassene wiederum kann es sich auch mit Blick auf die Praxisnachfolge auszahlen, sich stärker in der Weiterbildung des ärztlichen Nachwuchses zu engagieren.

Um den Nachwuchs in die Niederlassung zu locken, müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen, wie Dr. Szabo, Vorsitzender der ANC Südbaden, betont: „Die ambulante Weiterbildung muss finanziell viel stärker unterstützt werden. Daneben könnte ich in meiner Praxis auch gut und gern noch zwei oder drei Nachwuchskollegen gebrauchen. Doch die Honorare geben es nicht her, sie als angestellte Ärzte zu beschäftigen. Dabei zeigt die jüngere Generation sinkende Bereitschaft zur Niederlassung und möchte auch im ambulanten Sektor lieber angestellt arbeiten.“

Kandidieren auch in Ihrer Region niedergelassene Chirurginnen oder Chirurgen für ein Amt in der Selbstverwaltung? Dann teilen Sie dies bitte der BNC-Geschäftsstelle mit! Für die berufspolitische Arbeit auf Bundesebene ist es sehr hilfreich, eine Übersicht über die regionalen Mandatsträger zu haben.

Kontakt: BNC-Geschäftsstelle, Rosemarie Plassmann, info@bncev.de

 

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