Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

150 Jahre DGCH: Historische Rückschau und Ausblick in die Zukunft

Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) hat heute (23.6.2022) in einer Pressekonferenz anlässlich ihres 150-jährigen Bestehens an ihre historischen Anfänge erinnert und aktuelle Herausforderungen erörtert. Die Chirurgie hat in den vergangenen 150 Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht. „Bis zur Einführung der Äthernarkose und der Anti- beziehungsweise Asepsis war die Chirurgie auf die reine Notfallversorgung beschränkt, etwa bei Knochenbrüchen oder Amputationen. Die neuen Methoden in Verbindung mit dem Einsatz des Mikroskops eröffneten die Möglichkeit elektiver Operationen und lokaler Eingriffe“, erklärte DGCH-Präsident Professor Dr. Hauke Lang. „Die Gründungsväter der DGCH um den ersten Präsidenten Bernhard von Langenbeck wollten ein Forum für den persönlichen wissenschaftlich Austausch schaffen und gemeinsame Forschungsarbeiten fördern“, beschrieb er die Motive, die im April 1872 zur Gründung der Fachgesellschaft im Berliner Hotel de Rome führten.

Diesen Bedürfnissen trägt die DGCH auch heute noch mit dem Deutschen Chirurgen Kongress (DCK) oder dem eigenen Studienzentrum, dem SDGC, Rechnung. Dort finden Chirurginnen und Chirurgen aller Fachrichtungen Beratung bei der Planung, Durchführung und Evaluation von klinischen Studien. „Mit dem SDGC fördern wir eine patientennahe chirurgische Forschung. Dort wird nach höchsten wissenschaftlichen Standards gearbeitet, was mehr als 250 Publikationen in hochrangigen Journals belegen, die auf die Arbeit des SDGC zurückgehen“, sagte DGCH-Generalsekretär Professor Dr. Thomas Schmitz-Rixen und verwies außerdem auf das 2006 eingerichtete Forschungsnetzwerk CHIR-Net als weiteren Teil der Forschungsförderung der DGCH. Das Netzwerk besteht aus 17 chirurgische Regionalzentren, die gemeinsam randomisiert kontrollierte Studien durchführen. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Beratung von Young Investigators. „Es ist der DGCH besonders wichtig, jungen Ärztinnen und Ärzten wie auch Studierenden das wissenschaftliche Arbeiten nahezubringen und sie für die Forschung zu begeistern“, sagte Schmitz-Rixen. Dazu trage auch das im CHIR-Net integrierte Studierendennetzwerk SIGMA (Student Initiated German Medical Audit) bei. Studierende können hier selbst Studien entwerfen oder in Kooperation mit Clinician Scientists durchführen. „SIGMA ist weltweit das erste Netzwerk dieser Art und überaus erfolgreich: Zwei Projekte des Studierendennetzwerks wurden bereits mit Nachwuchspreisen ausgezeichnet“, erklärte Schmitz-Rixen.

Mit diesen Initiativen zur Förderung der chirurgischen Forschung wolle die DGCH ihrer Rolle als Dachgesellschaft aller chirurgischen Disziplinen, von der Allgemein- bis zur Viszeralchirurgie, gerecht werden. „Die DGCH setzt sich mit ihren Sektionen, Arbeitsgemeinschaften und Kommissionen fachgebietsübergreifend mit verschiedensten die Chirurgie betreffenden Themen auseinander – von Lehrinhalten bis hin zur Digitalisierung“, ergänzte Professor Dr. Hans-Joachim Meyer, scheidender Generalsekretär der DGCH. Zudem leiste das Perspektivforum Junge Chirurgie einen wichtigen Beitrag dabei, die „Arbeitswelt Chirurgie“ nach den Vorstellungen junger Chirurginnen und Chirurgen zu gestalten. „Hier steht die Chirurgie auch angesichts des demografischen Wandels vor einem Wandel. Um eine unverändert leistungsfähige chirurgische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen, müssen wir uns bemühen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter zu verbessern und mehr Frauen den Weg in chirurgische Führungspositionen zu ermöglichen“, beschrieb Meyer ein Problemfeld, dessen sich die DGCH in den kommenden Jahren besonders annehmen wird.

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