Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Ein Zeichen der Missachtung der Ärzteschaft und ihrer Leistungen

Hamburg. Der Berufsverband Niedergelassener Chirurgen (BNC) reagiert mit Befremden auf die jüngste Pressekonferenz des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach (SPD), bei der dieser angekündigt hat, Teile des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) von 2019 wieder rückgängig zu machen. Seinerzeit hatte Lauterbachs Amtsvorgänger Jens Spahn (CDU) vertragsärztliche Praxen zur Vorhaltung offener Sprechstunden verpflichtet und im Gegenzug die Behandlung neuer Patientinnen und Patienten entbudgetiert. „Nun sollen diese Leistungen wieder ins Budget fallen, was de facto einer Honorarkürzung für Fachärztinnen und Fachärzte entspricht!“, kritisiert der BNC-Vorsitzende Jan Henniger, „eine der wenigen sinnvollen Ideen von Herr Spahn soll damit wieder abgewickelt werden.“

Henniger erinnerte daran, dass das TSVG seinerzeit gegen den Willen der Ärzteschaft eingeführt wurde und erhebliche Umstellungen in der Praxisorganisation erforderlich gemacht hat. „Dass wir all dies nun wieder rückgängig machen müssen, ist ein weiteres Zeichen der Missachtung der Ärzteschaft und ihrer Leistung für die Gesellschaft. Der BNC-Vorsitzende erinnerte daran, dass Chirurgen täglich neue Patientinnen und Patienten haben, deren Bedürfnisse man individuell besprechen muss: „Das dauert länger als ein Rezept auszustellen!“ Doch nicht diese notwendige und wertvolle Arbeit treibt die Kosten im Gesundheitswesen in die Höhe, wie Henniger betont: „Es ist das ständige Hin und Her der Politik, das unser Gesundheitswesen teuer zu stehen kommt!“

Der BNC fordert, nicht an der Versorgung der Patientinnen und Patienten zu sparen, die als erste unter den spontan angeordneten Sparmaßnahmen leiden werden. Doch auch mittel- und langfristig befürchtet er eine schädliche Entwicklung infolge des Lauterbach’schen Vorstoßes: „Eine Politik, die so unzuverlässig und ignorant agiert wie aktuell Herr Lauterbach, trägt dazu bei, dass der ärztliche Nachwuchs das Risiko einer Niederlassung erst recht nicht mehr eingehen mag“, warnt Henniger, der die Pressekonferenz des Ministers als derart undurchdacht und planlos erlebt hat, „dass man nur den Rücktritt von Lauterbach fordern kann“. Das Gesundheitswesen funktioniert am besten, wenn alle zusammenarbeiten und von einer gemeinsamen Idee – nämlich die der Versorgung von Patientinnen und Patienten – geleitet werden. „Dies kann mit diesem Minister nicht funktionieren. Ärztinnen und Ärzte, andere Fachberufe im Gesundheitswesen und die Bevölkerung sollten sich dies nicht länger gefallen lassen“, meint Henniger.

Über den BNC:
Der BNC ist der Berufsverband der freiberuflichen Chirurgen in Deutschland, deren Interessen er durch einen Bundesvorstand sowie 25 regionale Landesverbände (ANC) vertritt. Er engagiert sich für die Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder und setzt sich für eine Förderung der ambulanten chirurgischen Behandlung sowie des interdisziplinären Austauschs ein. Der Verband führt hierzu auf Bundesebene den Dialog mit Politikern, Krankenkassen, Wirtschaft und anderen Berufsverbänden.

Kontakt zum BNC:
Rosemarie Plassmann, BNC-Geschäftsstelle
Tel.: 04532 26875-60, info@bncev.de

 

 

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