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Experten der Barmer Ersatzkasse fordern Ausbau ambulanter Operationen

Im Interview mit den ‚Stuttgarter Nachrichten’ hat der baden-württembergische Landesgeschäftsführer der Krankenkasse, Winfried Plötze, auf das große Potenzial ambulanter Operationen hingewiesen. Gegenüber der Zeitung sagte er, ein Drittel aller Ausgaben der Krankenkassen entfalle auf die Krankenhäuser, nur knapp 18 Prozent auf die ärztliche Versorgung und gut 17 Prozent auf Arzneimittel. „Viele Eingriffe könnten statt stationär ambulant gemacht werden. Statt ein paar Tagen genügen manchmal ein paar Stunden im Krankenhaus“, sagte Plötze in dem Interview und forderte, der Katalog ambulant durchführbarer Operationen müsse von der Selbstverwaltung im Gesundheitssystem dringend weiterentwickelt werden.

Plötze berief sich zum einen auf das Gutachten des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES), das bereits im April dieses Jahres 2476 Leistungen genannt hatte, die neu in den Katalog aufgenommen werden könnten. Daneben verwies er aber auch auf eine Zweitstudie des zur Barmer gehörenden Instituts für Gesundheitsforschung (BFIG), in dem anhand von Versichertendaten ergänzend neue Zahlen genannt werden. Darin benennt das BFIG Ambulantisierungspotenziale

  • nach Patienten-, Fall und Krankenhausmerkmalen,
  • nach Entlassabteilung,
  • nach OPS und nach DRG

und beziffert außerdem die regionale Verteilung des Ambulantisierungspotenzials und die Verteilung des Ambulantisierungspotenzials nach Krankenhausgröße.

Dem Gutachten zufolge ergibt sich insbesondere für OP-Leistungen wie Leistenhernien-Operationen (46,7%), arthroskopische partielle Meniskusresektionen (38,5%)  und Cholezystektomien (32,5) ein hohes Ambulantisierungspotenzial. Insgesamt zeigten die Auswertungen „plausible Muster in Bezug auf Zusammenhänge zwischen ambulantisierbaren Krankenhausfällen und einer Vielzahl an mit ihnen verbundenen Merkmalen. Diese Ergebnisse unterstreichen somit die Eignung des Vorschlags zur Erweiterung des AOP-Katalogs. Gleichzeitig stellen sich bei genauerer Betrachtung detailliertere Fragen, insbesondere zur Definition und Anwendung spezifischer Kontextfaktoren“, heißt es in der abschließenden Diskussion des Gutachtens.

 

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