Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Wahl zur VV der KVNO: „Versorgerfachärzte“ sind die stärkste Kraft

Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) sind die Stimmen inzwischen ausgezählt, und die Zusammensetzung der nächsten Vertreterversammlung (VV) steht fest. Wie die KVNO mitteilte, hat mit 1.271 Stimmen die Liste der „Versorgerfachärzte“ die meisten Stimmen erhalten. Sie besetzt künftig neun Sitze und damit sogar einen Sitz mehr als der Hausärzteverband. Für die Versorgerfachärzte war u. a. auch der Vorsitzende der ANC Nordrhein, Dr. Manfred Weisweiler, angetreten. In einem Rundschreiben an die ANC-Mitglieder erklärte dieser: „Damit gibt es nun erneut einen starken Auftritt der Fachgruppen der Gynäkologen, Orthopäden, Chirurgen, HNO, Dermatologie, Anästhesie und Urologie vertreten durch ihre Landesvorsitzenden oder Stellvertreter mit einer sehr starken demokratischen Legitimation.“

Die Wahlberechtigten schenkten der interdisziplinären Liste damit ähnlich großes Vertrauen wie bereits 2016, als sie mit neun Vertretern in die VV eingezogen war und die Interessen der niedergelassenen Fachärztinnen und Fachärzte im Verlauf der Wahlperiode erfolgreich vertreten hatten. Für die kommende Wahlperiode wollen sich die Versorgerfachärzte auf Herausforderungen wie E-Health, den Griff der Kliniken nach der ambulanten Versorgung, die Patientenversorgung in der Schere zwischen Qualität und Ökonomie und die Begehrlichkeiten der Politik ohne den Willen zu einer gesicherten Refinanzierung für die Praxen konzentrieren. „Die zukünftige Ambulantisierung der operativen und konservativen Medizin benötigt eine enge Zusammenarbeit der KV mit den Berufsverbänden“, hatte die Liste in ihrer Wahlwerbung betont. „Der ärztliche Nachwuchsmangel, der Personalmangel in den Praxen und vieles mehr erfordern erfolgreiche Konzepte.“

Man hoffe, die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Dr. Frank Bergmann als KV-Vorstandsvorsitzendem auch in der nächsten Legislatur für eine sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten fortzusetzen, heißt es in dem Rundschreiben weiter: „Wir stehen für Kontinuität und Erfolg! Wir sind die, die nicht nur vor Wahlen auftauchen, sondern Sie und Ihre Interessen über die Jahre erfolgreich vertreten.“ Dennoch sehe man mit Sorge in die Zukunft, betonte Dr. Weisweiler: „Eine möglicherweise zweistellige Inflationsrate wird im KV-System nicht auszugleichen sein. Ein erratischer Minister, der das TSVG liquidieren möchte und eine KBV, die nur im Schneckentempo (und das ist eher übertrieben- die sind eher noch langsamer!) mit den Verhandlungen zur Refinanzierung der Hygiene und beim ambulanten Operieren fortkommt, sind extrem gefährlich für unsere Praxen und Unternehmen“, warnte der ANC-Vorsitzende, „ich bin in ernsthafter Sorge, ob und wie lange die Patienten im GKV System so noch ohne Eigenbeiträge versorgt werden können.“

Dr. Weisweiler, der den Vorsitz im Beratenden Fachausschuss (BFA) Fachärzte in der KVNO innehat, zitierte in diesem Zusammenhang aus einem Beschluss des BFA, wonach die Abschaffung des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) und insbesondere die Rebudgetierung der „Neupatienten“ als ein Skandal angesehen wird: „Sie bedeutet eine nie dagewesene Zäsur in der kassenärztlichen Versorgung. Absolut notwendige Mittel, die durch das TSVG endlich zur Verfügung standen, werden den Praxen wieder entzogen. Unternehmerische Entscheidungen, wie zusätzlich eingestelltes Personal und organisatorische Umstellungen werden obsolet und müssen wieder, unter Verschlechterung der Versorgung, rückabgewickelt werden.“ Dr. Weisweiler kündigte an, man arbeite bereits an Konzepten, wie man die Versicherten mit den Kosten belasten können, die ihre Krankenkasse nicht mehr – aus welchen Gründen auch immer – gegenfinanzieren kann.

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