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Anatomische Sensation: Belgische Chirurgen beschreiben neues Band am Kniegelenk

Chirurgen, die häufig vordere Kreuzbandplastiken durchführen, ist das Phänomen vertraut: Trotz erfolgreicher Operation und Rehabilitation berichten manche Patienten, davon, dass ihnen bei Bewegung manchmal das Knie „wegrutscht“. Dieser sogenannte „Pivot-Shift“ gab Chirurgen bislang ein Rätsel auf.

Nun sind zwei belgische Chirurgen von der Universitätsklinik Leuven auf Basis einer anatomischen Beschreibung durch den französischen Chirurgen Paul Ferdinand Segond von 1879 und eigenen Leichenpräparationen der Lösung des Rätsels näher gekommen. Wie die Uniklinik Leuven in einer Pressemitteilung berichtete, identifizierten sie in 40 der 41 untersuchten Kniegelenke ein bislang in der Literatur nicht beschriebenes Band, das anterolaterale Ligament (ALL), und klärten seinen genauen Verlauf. Demzufolge trägt das ALL zur seitlichen Stabilisierung des Kniegelenks bei. Der Pivot-Shift könnte daher die Folge einer Verletzung des ALL sein.

Die anatomische Fachwelt ist seit der Publikation der Entdeckung im Journal of Anatomy in heller Aufregung, schließlich kommt es nicht allzu häufig vor, dass neue und bislang unbekannte Strukturen im menschlichen Körper beschrieben werden. Man erhofft sich von der Entdeckung nun neue Ansätze zur Behandlung von Verletzungen des vorderen Kreuzbandes. Die beiden belgischen Chirurgen versuchen derzeit, eine operative Methode zur Korrektur von ALL-Verletzungen zu entwickeln.

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