Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Quorum erreicht: Bundesweit erster Orthopädievertrag startet am 1. Januar 2014

Der Orthopädievertrag, jüngster Facharztvertrag im Facharztprogramm von AOK Baden-Württemberg, MEDI Baden-Württemberg und Bosch BKK, hat das erforderliche Quorum erreicht. Wie MEDI Baden-Württemberg mitteilte, hatten bis zum 8. November 2013 insgesamt 244 niedergelassene Orthopäden und 64 Chirurgen ihre Teilnahme erklärt. Der Vertrag wurde Ende Juli von den drei Vertragspartnern, dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) und dem Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC) unterzeichnet. Entsprechend qualifizierte Ärzte erhalten die erforderlichen Unterlage, können ihre Patienten einschreiben und ab Januar 2014 mit der Behandlung beginnen.

Dass das notwendige Quorum von mindestens 200 Orthopäden so schnell erreicht wurde, werteten die Vertragspartner als breite Zustimmung zum Vertrag, der neue Wege in der orthopädischen Versorgung beschreitet. „Der Vertrag rückt den ganzen Menschen ins Blickfeld“, erläutert BVOU-Sprecher Dr. Burkhard Lembeck. „Viele Erkrankungen des Bewegungsapparates sind multifaktoriell bedingt, psychosoziale Faktoren wie beruflicher Stress oder familiäre Probleme spielen eine große Rolle. Dies in Diagnostik und Therapie einzubeziehen, kostet Zeit – und die fehlt in dem Reparaturbetrieb, den die Regelversorgung vorgibt, schlichtweg“, sagte Lembeck. Wo allerdings Technik zur Früherkennung und Therapie sinnvoll ist, sehe dies der Orthopädievertrag auch vor. Ein Beispiel sei das DXA-Verfahren zur Knochendichte-Messung, mit dem Osteoporose frühzeitig diagnostiziert werden kann – und nicht erst dann, wenn es bereits zu osteoporotischen Frakturen gekommen ist.

Der BNC-Vorsitzende Dr. Dieter Haack hob die Kooperation unterschiedlicher, an der Behandlung beteiligter Haus- und Fachärzte hervor, die durch den Vertrag auf eine neue Basis gestellt wird, beispielsweise durch Regelungen zu den Behandlungsschnittstellen und durch interdisziplinäre Fallkonferenzen: „Abgestimmt behandeln statt um Kompetenzen rangeln, heißt hier die Devise – zum Wohle des Patienten.“ Haack erklärte weiter: „Nicht jeder Bandscheibenvorfall, nicht jede Arthrose muss gleich operiert werden. Häufig gibt es schonende Behandlungsalternativen. Für manche Patienten kann es bedeuten, dass sie durch die Vertragseinschreibung einen Eingriff schonend ambulant vornehmen lassen können, für den bisher ein Klinikaufenthalt nötig war.“

Patienten profitieren zudem von den Qualitätsanforderungen, die der Vertrag an die teilnehmenden Ärzte stellt. „Durch die Verpflichtung zu einer strukturierten Fortbildung sowie zur Therapie nach aktuellen medizinischen Leitlinien ist sichergestellt, dass der Patient immer nach neuestem wissenschaftlichem Standard behandelt wird“, betont Dr. Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Baden-Württemberg. „Das Honorar ist planbar und angemessen und trägt damit zum Erhalt der orthopädischen und chirurgischen Praxen bei“, erklärt Baumgärtner.

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