Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

FAQ - Für Patienten

Wie viele niedergelassene Chirurgen gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es rund 2.400 niedergelassene Chirurgen. Zählt man allerdings Zusatzbezeichnungen sowie verwandte Fachgebiete wie Unfallchirurgie, Plastische Chirurgie, Gefäßchirurgie, Herz- und Thoraxchirurgie, Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Orthopädie/Unfallchirurig hinzu, gibt es in Deutschland insgesamt etwa 5.700 niedergelassene Chirurgen.


Was macht ein niedergelassener Chirurg?

Ein Chirurg greift zum Skalpell, schneidet, flickt und näht – so einfach ist das? Nicht ganz. Natürlich gehören ambulante Operationen zur Arbeit des niedergelassenen Chirurgen – insbesondere seit von politischer Seite immer stärker verlagt wird, mehr Eingriffe von den Krankenhäusern in ambulante OP-Zentren zu verlagern. Doch es gibt auch viele Chirurgen, die in ihrer Praxis überwiegend konservativ arbeiten. Sie versorgen Arbeits- oder Schulunfälle und behandeln zum Beispiel Knochenbrüche, Weichteilverletzungen oder chronische Wunden.


Wie finde ich einen niedergelassenen Chirurgen in meiner Nähe?

In der Online-Suche www.chirurgen-suche.de des BNC können Sie gezielt nach einem niedergelassenen Chirurgen in Ihrem PLZ-Bereich, aber auch nach Spezialgebieten alphabetisch nach Namen suchen. Auch die bundesweite Dachorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung, die Kassenärztliche Bundesvereinigung, bietet eine Online-Arztsuche an, in der Sie die Suchergebnisse nach verschiedenen Kriterien wie PLZ-Bereich, Fachgebiet, Zusatzbezeichnungen etc. filtern können.


Ist die Behandlung beim niedergelassenen Chirurgen sicher?

Patienten, die mobil sind und zu Hause betreut werden können, sind bei planbaren Eingriffen beim niedergelassenen Chirurgen bestens aufgehoben.

  • Stichwort Facharztstandard: Wenn Sie einen niedergelassenen Chirurgen in seiner Praxis, seinem OP-Zentrum oder seinem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) aufsuchen, können Sie sich sicher sein, einen voll ausgebildeten Facharzt vor sich zu haben. Die abgeschlossene Weiterbildung zum Facharzt ist grundsätzlich Voraussetzung dafür, sich als Arzt in Deutschland niederlassen zu dürfen. Im Krankenhaus stehen für schwere Erkrankungen oder Notfälle zwar spezialisierte Abteilungen und Betreuung rund um die Uhr zur Verfügung, dafür müssen Operationen nicht zwingend von voll weitergebildeten Fachärzten durchgeführt werden.
  • Stichwort Komplikationen: Im niedergelassenen Bereich arbeiten in vielen Fällen hochspezialisierte Ärzte, die auf eine hohe Zahl von Operationen und Behandlungen zurückblicken und über sehr viel Erfahrung verfügen. Bei diesen Spezialisten treten naturgemäß nur sehr wenige Komplikationen auf.
  • Stichwort Hygiene: Studien belegen, dass es bei ambulanten Operationen zu deutlich weniger Infektionen mit gefährlichen Krankenhauskeimen kommt als in den Kliniken. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: In ambulanten OP-Zentren verbringen die Patienten verbringen nur wenige Stunden in der Einrichtung, Keime haben also viel weniger Zeit sich auszubreiten.

Wer übernimmt die Betreuung nach ambulanten Operationen?

Eine ambulante Operation kommt grundsätzlich nur in Frage, wenn der Patient nach dem Eingriff zu Hause betreut werden kann. Je nach Art des Eingriffs sollte diese Betreuung einige Stunden bis mehrere Tage gewährleistet sein. Für die Betreuung kommen erwachsene Familienangehörige, Freunde, Nachbarn oder in manchen Fällen auch Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes in Frage.


Was sind die Vorteile des Ambulanten Operierens?

Politiker und Ökonomen, Ärzte und Krankenkassen fordern gleichermaßen seit Jahren einen Ausbau des Ambulanten Operierens. Tatsächlich gibt es viele gute Argumente für diese Forderung.

  • Stichwort Patientenkomfort: Ambulante Operationen sind beliebt. Etliche Befragungen haben ergeben, dass 99 Prozent der ambulant operierten Patienten wieder diese Behandlungsform wählen würden. Niemand verbringt gern Zeit im Krankenhaus, denn dort gibt es meist ungewohnte Mahlzeiten zu ungewohnten Zeiten, unbekannte Zimmernachbarn und viel Hektik durch Schichtwechsel und Visiten. Nirgends erholt man sich so gut wie zu Hause in seiner gewohnten Umgebung bei vertrauten Mitmenschen. Dieser Wohlfühlfaktor beschleunigt auch die Genesung, so dass Patienten nach ambulanten Operationen und Behandlungen meist schneller wieder fit und arbeitsfähig sind.
  • Stichwort Behandlungsqualität: Bei ambulanten Operationen kann der Patient sich darauf verlassen, von einem Arzt behandelt zu werden, der die volle fachärztliche Weiterbildung durchlaufen hat. Er wird in der Regel durchgängig von ein und demselben Operateur betreut: Erstgespräch, präoperative Untersuchungen, Aufklärung, Operation und Nachbehandlung sind beim niedergelassenen Chirurgen ausnahmslos Chefsache.
  • Stichwort Behandlungskosten: Eine zunehmende Verlagerung von Operationen vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich kann erheblich dazu beitragen, dass im Gesundheitswesen Kosten eingespart werden. Niedergelassene Chirurgen halten schlanke und effiziente Strukturen vor, die für eine Vielzahl von Eingriffen völlig ausreichen. Die teure Infrastruktur von Krankenhäusern sollte schweren Erkrankungen, komplexen Eingriffen und Notfällen vorbehalten bleiben.

Welche nicht-operativen Behandlungen führen niedergelassene Chirurgen durch?

Nicht in jeder chirurgischen Praxis wird regelmäßig operiert. Viele niedergelassene Chirurgen haben sich auf konservative Behandlungsgebiete spezialisiert und behandeln beispielsweise chronische Wunden, Schul- und Arbeitsunfälle, Knochenbrüche und Weichteilverletzungen, Muskel- und Skeletterkrankungen oder proktologische Krankheitsbilder.


Wird die Behandlung beim niedergelassenen Chirurgen von den Krankenkassen gezahlt?

Chirurgen, die als Vertragsärzte niedergelassen sind, können ihre Leistungen über ihre Kassenärztliche Vereinigung mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Einzelne sinnvolle Leistungen sind allerdings nicht im Katalog der gesetzlichen Krankenkassen enthalten und müssen privat bezahlt werden. Hierüber werden Patienten aber in jedem Fall aufgeklärt und beraten. Sie können von Fall zu Fall entscheiden, ob sie die betreffende Behandlung wünschen oder stattdessen lieber eine andere Leistung wählen, die von ihrer Kasse bezahlt wird. Für manche Spezialbehandlungen haben niedergelassene Chirurgen Sonderverträge mit einzelnen Kassen abgeschlossen, die Patienten einen besseren Behandlungsstandard und den beteiligten Ärzten ein höheres Honorar ermöglichen. Welche Krankenkasse welche Sonderverträge mit welchen Arztgruppen unterhält, lässt sich im Einzelfall mit dem Arzt oder mit der Krankenkasse klären.

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