Hessischer Chirurgenverband e.V.

Einladung Mitgliederversammlung Hessischer Chirurgenverband

Qualifizierungslehrgang Ambulantes Operieren noch freie Plätze verfügbar

Sehr geehrte Mitglieder,

die Landesärztekammer Hessen macht auf freie Plätze in Ihrem Kursangebot "ambulantes Operieren" aufmerksam.

Bitte beachten Sie  die Informationen im Anhang.

Wenden  Sie sich bei Interesse an diesem Angebot direkt an die Ansprechpartnerin Frau Ilona Preuß.

Herzliche Grüße

Karin Reibstein

Bundeskongress Chirurgie: KBV sieht großes Potenzial in Neuauflage des AOP-Katalogs

Der Zeitplan für die Veröffentlichung des überarbeiteten Katalogs für ambulante und stationsersetzende Operationen (AOP-Katalog), mit dessen Erarbeitung das Kieler IGES-Institut beauftragt ist, wird sich zwar bis voraussichtlich Mitte März verzögern. Und noch halten sich die Verhandlungspartner bedeckt, was die konkreten Leistungen und deren Bepreisungen angeht. Doch die Verhandlungsführer auf Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) scheinen zuversichtlich zu sein, dass der neue AOP-Katalog für die vertragsärztlichen Operateurinnen und Operateure mit spürbaren Honorar­steigerungen verbunden sein wird. Dies wurde beim BAO-Symposium im Rahmen des Bundeskongresses Chirurgie am 12. Februar 2022 in Nürnberg deutlich, wo Dr. Ulrich Casser vom KBV-­Dezernat Vergütung und Gebührenordnung betonte, die KBV favorisiere diese Lösung auch gegenüber den im Koalitionsvertrag der Bundesregierung angekündigten Hybrid-DRG: „Wenn es über EBM läuft, bewegen wir uns in einem bekannten System und können das Heft des Handelns besser in der Hand behalten.“

Als Problem bezeichnete Dr. Casser eine aktuelle Kostenstrukturanalyse des Statistischen Bundesamts (Destatis), wonach der Reinertrag je Praxisinhaber bei operativ tätigen Praxen deutlich höher ausfalle als bei überwiegend konservativ tätigen Praxen. Daraus lasse sich schließen, dass es Anreize für operative Tätigkeit gibt. Dieser Status Quo müsse berücksichtigt werden, wenn es um die Weiterentwicklung des Ambulanten Operierens geht – und wenn der GKV-Spitzenverband das Ziel formuliere, „die Ertragslagen zu harmonieren“, dann sei natürlich klar, was damit gemeint ist: Ambulante Operateure sollen zur Aufwertung der konservativen Tätigkeit künftig Honoraranteile abgeben, es soll also keinen zusätzlichen Anreiz für operative Tätigkeit geben. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille“, betonte Dr. Casser. „Die andere Seite ist die politische: Der Gesetzgeber hat im MDK-Reformgesetz den Vertragspartnern den Auftrag gegeben, den AOP-Katalog anzupassen. Es gibt allerdings widersprüchliche Motive für die Weiterentwicklung.“ In dieser Gemengelage müsse die KBV sich positionieren.

Ungeachtet der Destatis-Erhebung sieht Dr. Casser durchaus weiteres Potenzial zur weiteren Ambulantisierung im vertragsärztlichen Bereich: „Und hier muss man finanzielle Anreize setzen um die Ambulantisierung voranzutreiben.“ Als einen der Gründe für diese Entwicklung nannte er die Tatsache, dass der Leistungsbedarf weiter wächst, weil zunehmend auch komplexere Eingriffe ambulant erbracht werden können. „Das Potenzial für uns liegt darin, gemeinsam mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft eine möglichst hohe Vergütung dieser Leistungen zu sorgen“, betonte der KBV-Vertreter. Zunächst gehe es also darum, den Leistungskatalog auszuweiten, damit dieser grundsätzlich mehr ambulante OP-Leistungen enthält. Im nächsten Schritt müssen dann die Vergütung dafür ausgehandelt werden.

Und genau hier zeigte sich Dr. Casser zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass wir im EBM-Kapitel 31.2 höhere Punktzahlen erreichen werden.“ Hierfür gebe es sogar positive Signale vom GKV-Spitzenverband: „Es wird anerkannt, dass etliche Leistungen bislang unterbewertet sind. Wir haben also einen Fuß in der Tür und werden versuchen, für möglichst viele Leistungen eine Höherbewertung durchzusetzen“, versprach Dr. Casser. Aktuell befänden sich die Vertragspartner wechselseitig in zweiseitigen Verhandlungen. In den Gesprächen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft nehme er wahr, dass es den Kliniken nicht um eine Optimierung ihrer stationären Erlöse geht, „sondern dass sie mit uns die ambulanten Leistungen aufwerten wollen“. Angesichts eines drohenden GKV-Finanzdefizits in Höhe von bald 24 Milliarden Euro sei aber auch klar, „dass die GKV keine Spendierhosen anhat“.

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