Berufsverband Niedergelassener Chirurgen e.V.

Presseinformationen


Hygiene ist in chirurgischen Praxen oberstes Gebot – nicht nur während der Pandemie

Die Corona-Pandemie hat der Bevölkerung vor Augen geführt, welchen Stellenwert Hygiene für die öffentliche Gesundheit hat. Doch auch im normalen Versorgungsalltag geben z. B. chirurgische Praxen viel Geld aus, um die strenge Auflagen für Maßnahmen zum Infektionsschutz zu erfüllen. Allerdings werden diese Hygienekosten von den Krankenkassen nicht bezahlt. Der BNC beteiligt sich am aktuellen Protest des SpiFa gegen diese fehlende Bereitschaft der Kassen, notwendige Hygienekosten zu übernehmen.

Pressemitteilung des BNC vom 16. August 2021. Die Kosten für eine qualitätsgesicherte und validierte Aufbereitung von medizinischen Geräten sind in den vergangenen Jahren erheblich angestiegen. Das bekommen insbesondere chirurgische und andere operativ tätige Arztpraxen zu spüren. Doch mit den regulären Pauschalen, die für chirurgische Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt werden, lassen sich diese gestiegenen Kosten längst nicht mehr decken. Auch die jüngst von den gesetzlichen Krankenkassen für alle Praxen gezahlten Hygienezuschüsse in Höhe von rund 98 Millionen Euro reichen nicht aus: Bei rund 102.000 Praxen in Deutschland ergibt dies eine jährlich zusätzliche Vergütung in Höhe von rund 960 Euro pro Jahr und Praxis. „Angesichts von durchschnittlich über 50.000 Euro Hygienekosten in ambulant operierenden Praxen ist das nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, kritisierte der BNC-Vorsitzende Jan Henniger mit Blick auf jüngste Erhebungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Der BNC unterstützt daher die aktuelle Kampagne des Spitzenverbands Fachärzte (SpiFa), mit die angeschlossenen 34 Mitgliedsverbände auf diese eklatante Unterfinanzierung hinweisen. Zum Start dieser Hygienekampagne erklärte Dr. Axel Schroeder, Vorstandsmitglied im SpiFa e.V. und Präsident des Berufsverbandes der deutschen Urologen e.V. (BvDU): „Hygiene wird nicht nur in einer Pandemie gebraucht, sie ist essenzieller Bestandteil der medizinischen Versorgung der Menschen in Deutschland. Die Fachärztinnen und Fachärzte sind seit mehreren Jahren mit immer höheren Hygiene-Aufwendungen in der Versorgung konfrontiert, welche nicht mehr adäquat in der Leistungsvergütung abgebildet werden. Wir können dies so nicht mehr hinnehmen und leisten; daher fordern wir die gesetzlichen Krankenkassen auf, mit sachlich fundierten Vorschlägen an den Verhandlungstisch zurückzukehren.“

Mit Beginn dieser Woche werden der SpiFa und die Mitgliedsverbände des SpiFa in abgestimmten und konzertierten Aktionen in den nächsten acht Wochen bundesweit auf die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen zugehen und in den Dialog über gestiegene Aufwendungen und die Nicht-Übernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen thematisieren, als auch bestimmte Leistungen nicht mehr im gewohnten Ausmaß anbieten oder nicht durchführen. Die Versicherten werden dabei um Unterstützung gegenüber ihrer Krankenkasse aufgefordert werden. Letztendlich gilt es hier, das Patientenwohl in Sachen Hygiene und Infektionsschutz zu sichern.

Über den BNC:
Der BNC ist der Berufsverband der freiberuflichen Chirurgen in Deutschland, deren Interessen er durch einen Bundesvorstand sowie 25 regionale Landesverbände (ANC) vertritt. Er engagiert sich für die Aus- und Weiterbildung seiner Mitglieder und setzt sich für eine Förderung der ambulanten chirurgischen Behandlung sowie des interdisziplinären Austauschs ein. Der Verband führt hierzu auf Bundesebene den Dialog mit Politikern, Krankenkassen, Wirtschaft und anderen Berufsverbänden.

Kontakt zum BNC: Rosemarie Plassmann, BNC-Geschäftsstelle 04532 26875-60, info@bncev.de
Pressekontakt: Antje Thiel, Freie Medizinjournalistin 04121 2763634, info@antje-thiel.de, www.antje-thiel.de

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